
29. Dezember 2010 in Österreich
Paul Zulehner möchte bei Bischofsernennungen in Österreich mitreden und meint: Vielleicht sollte man jemand nehmen, der zwar nicht alle römischen Befragungskriterien erfüllt ...
Wien (kath.net)
Der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner hat in einem Interview mit den Vorarlberger Nachrichten im Zusammenhang mit kommenden Bischofsernennung erneut umstrittene Aussagen getätigt und die bekannte katholische Gemeinschaft "Das Werk" attackiert.
Wörtlich sagte Zulehner: "Würde ein Mann vom 'Werk' in Vorarlberg Bischof werden, würde das der Erklärung von Kardinal Schönborn nach dem Wagnerfehler nicht entsprechen: 'Es soll jemand sein, den das breite Kirchenvolk gut und gern annehmen kann.' Vielleicht sollte man jemand nehmen, der zwar nicht alle römischen Befragungskriterien erfüllt (trägt er das Kollar, ist unmissverständlich für den Zölibat und gegen die Frauenordination, hat vor allem nie Kritik am Papst geübt), sondern der schon einen der 19 Prozent atheistischen Vorarlberger zum Evangelium geführt oder zumindest einen der Skeptiker nachdenklich gemacht hat."
Auch beim Thema Empfängnisregelung möchte der "Panzer-Theologe" Zulehner die Anweisungen der Kirche weiter ignorieren und meint lapidar, dass die Kirche in diesen Fragen beruhigt den Menschen zutrauen könne, dass sie das Evangelium auch ohne kirchliche Anleitungen in diesen Randfragen ernst nehme.
Wörtlich meinte der Theologieprofessor dann: "Es wäre darüber hinaus nützlich nachzudenken, warum es bei uns so wenige Kinder gibt, wie Frauen und Männer Studium, Beruf und Familie zusammenkriegen (wenn nur ein Teil voll verdient, sind die Schulden kaum noch zu finanzieren), wie das zehntreichste Land der Welt sicherstellen kann, dass es kein einziges armes Kind gibt. Aber vielleicht macht es auch Sinn, dass wir wenige Kinder haben und Platz machen für die vielen armen Kinder der einen Welt: Immerhin verhungert alle sechs Minuten ein Kind auf der Welt."
Zur Diskussion im Forum: Zulehners Papst- und Bischofschelte
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