"Priesterinnenweihe": Dritter Bischof auch ein Hochstapler

21. Juli 2002 in Österreich


Auch der dritte zur "Weihe" eingeladene Bischof, der Slowake Dujan Spiner, ist nur ein suspendierter Priester. Ein Bericht von Manfred Maurer aus dem Neuen Volksblatt


Linz
Die Konfusion ist drei Wochen nach der „Priesterinnenweihe“ auf der „MS Passau“ noch größer als davor. Sie haben kein Glück mit ihren Bischöfen, die sieben Frauen, die am 29. Juni auf der Donau vom argentinischen Vagantenbischof Romulo Braschi zu „römisch-katholischen Priesterinnen“ geweiht worden sein wollen, obwohl der Weihende sich selbst als „nicht römischer katholischer Bischof“ bezeichnet. Auch der mit Braschi aufgetretene Konsekrator Ferdinand Regelsberger geht nicht als Bischof durch, da dieser bekanntlich seine Weihe illegal von dem Argentinier empfangen hat, womit beide gemäß Kirchenrecht exkommuniziert sind Nicht zuletzt deshalb hatten die Frauen eine „Nachweihe“ angekündigt, die ein amtierender Bischof durchführen soll. Dafür war wie berichtet der Slowake Spiner im Gespräch, der in den 70er-Jahren in der tschechoslowakischen Untergrundkirche von Bischof Felix Davidek geweiht worden war. Spiner sollte schon auf der „MS Passau“ dabei sein, ist aber nicht aufgetaucht und meldete sich auch nicht mehr. „Die Frauen versuchen vergeblich ihn zu kontaktieren“, so ein Vertrauter von Christine Mayr-Lumetzberger, der Initiatorin der „Weihe“.

Spiner ist aber auch kein Hoffnungsträger: Denn wie ein Sprecher der slowakischen Bischofskonferenz dem VOLKSBLATT bestätigte, wurde er am 5. September 2001 vom Priesteramt suspendiert — wegen Verbreitens von Irrlehren. Die Frauen wussten das nicht, heißt es in deren Umgebung. Auch Teilnehmer eines vor zwei Wochen in Brünn abgehaltenen österreichisch-tschechischen Symposiums ahnten nicht, dass der im Priesterornat erschienene Vertreter der Pädagogischen Hochschule von Olmütz kein Priester war: Dujan Spiner — er unterrichtet seit der Amtsenthebung in Olmütz — stapelte auch bei der Gelegenheit hoch.

Die am 29. Juni für „die nächsten Tage“ angekündigte zweite Weiheaktion zur Bestätigung der ersten ist jedenfalls vorerst abgesagt und dürfte auch nicht mehr stattfinden. Man diskutiere noch, so die „Priesterin“ Gisela Forster zum VOLKSBLATT, „aber die Tendenz ist, keine Nachweihe zu machen“. Am kommenden Montag läuft übrigens ein Ultimatum des Vatikans ab, mit dem die Frauen zur Umkehr bewegt werden sollen.


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