
28. Februar 2011 in Weltkirche
Primas Williams in Interview: Kirche wird sich staatlichem Druck nicht beugen
London (kath.net/KAP) Die Führung der anglikanischen "Church of England" will ihre Kirchen nicht für Zeremonien eingetragener Partnerschaften von Homosexuellen zur Verfügung stellen. Der Primas der Anglikaner, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, sagte laut Sonntagszeitung "Sunday Telegraph" bei einem Treffen mit Parlamentsabgeordneten, man werde sich auch möglichem staatlichem Druck nicht beugen. Die britische Regierungskoalition will künftig zulassen, dass eingetragene Partnerschaften auch in religiösen Gebäuden geschlossen werden können.
Nach seiner Haltung zum Wunsch homosexueller Paare befragt, in einer Kirche zu heiraten, sagte Williams laut "Telegraph", die Kirche von England heiße Homosexuelle willkommen und erlaube auch ihren Geistlichen, zivile gleichgeschlechtliche Partnerschaften einzugehen. Sie werde aber nicht zulassen, dass die kirchliche Lehre über die christliche Ehe geschwächt werde - auch nicht, wenn dies von der Regierung diktiert werde.
Auch die "Nummer Zwei" der anglikanischen Hierarchie, Erzbischof John Sentamu von York, hatte zuletzt erklärt, Geistliche sollten nicht gezwungen werden dürfen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu besiegeln. Andere führende Persönlichkeiten der Anglikaner wie Bischof Lord Richard Harries von Oxford und der bekennend homosexuelle Dekan von St. Albans, Jeffrey John, sagten dagegen, eine Verweigerungshaltung der Kirche sei eine Form der Diskriminierung.
John war im vergangenen Jahr zum Bischof in Reading ernannt worden. Dies führte zu scharfen Protesten, da er in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt; die Ernennung wurde zurückgezogen.
Copyright 2011 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.
© 2011 www.kath.net