Das Herz Jesu ist Symbol der Liebe und auch Verwundbarkeit

2. Juni 2011 in Spirituelles


Bischof Manfred Scheuer von Innsbruck zum Herz-Jesu-Freitag: Das Herz Jesu hat seinen Platz in den Seelen als Trost, als liebende Verbundenheit, als Du, zu dem gebetet wird - es verehren, heißt den Glauben leben, bezeugen und weitergeben


Innsbruck (kath.net/KIN) „Wie es äußere Landschaften gibt, so auch innere Seelenlandschaften. In unserer Seele gibt es blühende Regionen, trockene Gebiete, unbehauste Gegenden, dunkle Winkel, einsame Ecken, offene Bereiche der Gastfreundschaft, dynamische Zonen, Orte der Müdigkeit und der Resignation, ausgebeutete und auch ausgeblutete Ressourcen.

Auch in unserer Seelenlandschaft gibt es das tiefe Durchatmen, die frische und klare Luft oder die dicke Luft, den Smog und den Feinstaub. Die innere Seelenlandschaft drückt sich aus, sie spiegelt sich in den Gesichtern.

Man sieht es auf unserem Antlitz, in unserem Blick, ob wir innerlich frisch sind oder müde, froh oder traurig, gegenwärtig oder abwesend, einfühlsam oder kalt, lebenslustig, spitzbübisch oder melancholisch, platt und oberflächlich oder tiefgehend, einsam oder verliebt.

Die innere Seelenlandschaft drückt sich aus in der Sprache. Die Sprache eines Landes, auch die der Öffentlichkeit und der Medien spiegelt die inneren Befindlichkeiten wider. Man hört es und liest es, ob Ehrfurcht, Respekt und Wertschätzung da sind, oder Aggression, Druck, Manipulation.

Die Sprache verrät, ob unsere Seelen verhext sind von Zahlen, ob wir rechthaberisch denken und Sturheit dominiert, ob Geschäftstüchtigkeit an oberster Stelle steht. Und wer die Sprache beherrscht, hat auch die Macht.

Das Herz Jesu steht in diesem positiven Spannungsfeld zwischen innen und außen, zwischen der inneren Seelenlandschaft und der politischen Szene, den Traditionen, Bräuchen und Gewohnheiten. Es steht für unseren persönlichen, ureigenen Glauben.

Das Herz Jesu hat seinen Platz in den Seelen als Trost, als liebende Verbundenheit und Beziehung, als Du, zu dem gebetet wird angesichts von Stürmen und Nöten, von Schönheit und Freude.

Das Herz Jesu verehren, das heißt den Glauben leben, bezeugen und weitergeben. Das Herz Jesu ist ein Symbol der Beziehung, der Liebe und auch der Verwundbarkeit, keines der Abschottung. Jesus lehrt nicht eine Mystik der geschlossenen Augen, sondern eine Mystik der offenen Augen und damit der unbedingten Wahrnehmungspflicht für fremdes Leid. Erneuerung des Herz-Jesu Gelöbnisses geschieht durch unser Gebet.

Die gesellschaftliche Zukunft unseres Landes hängt wesentlich daran, ob es vom Herzen Jesu geprägt ist, d.h. ob es Zeit, Raum für Kinder gibt, ob durch Arbeit Jugendlichen signalisiert wird: Du bist gebraucht, du bist etwas wert.

Herz Jesu Verehrung wird verwirklicht in den Alten- und Pflegeheimen, wo Menschen, die zu „nichts mehr Nutz“ sind, eine Würde erhalten. Viele werden daheim von ihren Angehörigen gepflegt. Auch das sind Dome des allerheiligsten Herzens Jesu, Kathedralen der Nächstenliebe und der Solidarität.“


Das internationale katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT möchte Sie einladen, die Gebetsaktion Ninive zu unterstützen.

Mit der AKTION NINIVE ruft unser Hilfswerk seit dem 10. Juni 2010 alle Gläubigen ein Jahr lang zum Gebet für die Kirche auf Das Hilfswerk reagiert damit auf den Bußaufruf von Papst Benedikt XVI. an die irischen Katholiken vom März dieses Jahres.

Mit diesem Herz-Jesu Freitag geht die Aktion Ninive zu Ende. Wir möchten Sie jedoch ermutigen, auch weiterhin für die Kirche zu beten.

Informationen zur Aktion Ninive finden Sie unter: www.aktion-ninive.at


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