
14. September 2011 in Aktuelles
Man werde das Dokument, das vertraulich sei, studieren und sich beraten
Econe/Stuttgart (kath.net/KNA) Der Generalobere der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, will auf die am Mittwoch vom Vatikan vorgelegte Erklärung erst nach Rücksprache mit den Verantwortlichen der Bruderschaft antworten. Man werde das Dokument studieren und sich beraten, erklärte Fellay in einem am Mittwochabend in Econe (Schweiz) und in Stuttgart, dem Sitz des deutschen Distrikts der Bruderschaft, veröffentlichten Interview.
Der Generalobere unterstrich, das Gespräch mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, am gleichen Tag in Rom sei «mit großer Höflichkeit und auch mit großer Offenheit» geführt worden. Zugleich betonte er, das vom Vatikan als Vorbedingung für eine Einigung vorgelegte Dokument, die sogenannte lehrmäßige Präambel, vertraulich sei.
Er könne allerdings sagen, dass der vatikanische Text für eine mögliche Interpretation des Konzils nicht die von manchen vorgeschlagene Unterscheidung in unantastbare, dogmatische Konzilsbeschlüsse einerseits und eine bloß pastorale Dimension andererseits vornehme.
Vielmehr enthalte die Präambel «Lehrprinzipien und Interpretationskriterien der katholischen Lehre», die notwendig seien, «um die Treue zum Lehramt der Kirche und das 'sentire cum ecclesia' ('Fühlen mit der Kirche') zu garantieren». Daneben bleibe laut dem Text eine «legitime Diskussion» über die theologische Erklärung bestimmter Formulierungen in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils und des nachfolgenden Lehramts möglich. Letzeres kommentierte Fellay mit den Worten: «Das ist es, nicht mehr und nicht weniger.»
Der Generalobere fügte hinzu, es sei zu früh, über ein mögliches kirchenrechtliches Statut für die Piusbruderschaft zu spekulieren. Über dessen Modalitäten könne erst später gesprochen werden; zudem sei diese Frage noch offen für Diskussionen.
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