
23. September 2011 in Deutschland
Kleiner Eklat bei Begegnung zwischen Papst Benedikt und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden. Dieter Graumann zur Piusbruderschaft: Diese stehe für Fanatismus, Fundamentalismus, Rassismus, Antisemitismus, ja schlicht für finsterstes Mittelalter
Berlin (kath.net)
Im Rahmen des gestrigen Dialogs Papst Benedikt und Vertretern des Judentums ist es gestern in Berlin zu einem kleinen Eklat gekommen. Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat in seiner Ansprache vor dem Hl. Vater scharfe Kritik an den Bemühungen geübt, die Piusbruderschaft wieder in die katholische Kirche zu integrieren. Wörtlich sprach Graumann: "Deshalb lassen Sie mich in der gebotenen freundschaftlichen Offenheit auch jene Punkte ansprechen, die uns wirklich weh tun: Das Thema Piusbrüder, die unserer Meinung nach wie vor für Fanatismus, Fundamentalismus, Rassismus, Antisemitismus, ja schlicht für finsterstes Mittelalter und für Unversöhnlichkeit pur stehen, schmerzt uns nach wie vor. Ebenso wie das Thema Karfreitagsfürbitte. Und die in Aussicht genommene Seligsprechung von Papst Pius XII. würde uns, aus unserer Sicht und in unserem Empfinden, weiteren Schmerz und Enttäuschung verursachen. Das gesagt, bleibt freilich ganz sicher: Der Kurs von Versöhnung zwischen Judentum und Vatikan, den wir in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, ist uns allen so wichtig und so wertvoll. Der verstorbene und nunmehr von Ihnen selbst erst ganz kürzlich seliggesprochene Papst Johannes Paul II. hat diesen Kurs mit so viel Herzlichkeit vorangetrieben. Seine Taten und Worte wärmen unsere Herzen bis heute. Und wir wissen genau, dass Sie selbst diesen Kurs an seiner Seite immer entschlossen mit voran getrieben, unterstützt und mit getragen haben. Und wir sehen und spüren, dass Sie den Kurs von Nähe und von Freundschaft nun in eigener Verantwortung weiter fortsetzen und sogar noch weiter verstärken werden."
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