Französische Bischöfe: Keine Gewalt gegen blasphemische Kunst

9. November 2011 in Chronik


Französische Bischöfe lehnen «verbale oder erst recht physische Gewalt» gegen kirchenfeindliche Kunstwerke ausdrücklich ab – Piusbruderschaft hatte Proteste abgehalten


Paris (kath.net/KNA) Die französischen Bischöfe lehnen «verbale oder erst recht physische Gewalt» gegen kirchenfeindliche Kunstwerke ausdrücklich ab. Der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Kardinal Andre Vingt-Trois, sagte am Mittwoch in Lourdes, Katholiken sollten vielmehr dem Beispiel Christi folgen und für jene beten, die ihn nicht erkennten oder ihn misshandelten.

Vingt-Trois bezog sich auf zwei von Katholiken als blasphemisch kritisierte Theaterstücke. Die traditionalistische Piusbruderschaft hatte Sühnemessen zu den Aufführungen angekündigt. In Paris wurde eine der Darbietungen von konservativen Katholiken unterbrochen; vor dem Theater versammeln sich laut Medienberichten regelmäßig Protestgruppen.

Zum einen geht es um das Stück «Sur le Concept du Visage du fils de Dieu» («Über das Konzept des Gesichtes des Gottessohnes») des italienischen Regisseurs und Autors Romeo Castellucci und das für Dezember angekündigte Stück «Golgota Picnic» des spanisch-argentinischen Autors Rodrigo Garcia. Französische katholische Bischöfe hatten sich zuvor unterschiedlich zur Frage geäußert, ob Castelluccis Stück blasphemisch sei oder nicht.

Vingt-Trois erklärte, die Bischöfe verstünden, dass die Stücke viele verstörten. Die Kirche dürfe sich aber nicht in eine Debatte drängen lassen, bei der sie sich als Minderheitengruppe gegen eine feindliche Mehrheitsgesellschaft zu verteidigen habe.


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