
10. November 2011 in Österreich
Tagespost-Korrespondent Stephan Baier: "Das wäre nicht erstaunlich, denn Zulehner hat nicht erst seit der Veröffentlichung einer ähnlichen Umfrage im Vorjahr seinen Ruf."
Graz (kath.net)
560 Priester sollen laut einem Bericht der Tagespost die Teilnahmer an der Priester-Befragung durch Paul Zulehner abgelehnt haben. Dies berichtet Stephan Baier, der Österreich-Korrespondent der Zeitung in der jüngsten Ausgabe. Baier beruft sich dabei auf Kirchenkreise und schreibt wörtlich:
"Nicht transparent gemacht wurde, wie viele Priester eine Befragung durch Zulehner & Co ablehnten; laut Kirchenkreisen 560. Das wäre nicht erstaunlich, denn Zulehner hat nicht erst seit der Veröffentlichung einer ähnlichen Umfrage im Vorjahr seinen Ruf.
Baier kritisiert in dem Artikel auch den ORF, der schon eine frühere Umfrage wie eine Jahrhundertsensation habe, doch dass professorale Zahlenspiel habe sich nach Veröffentlichung des gesamten Buchs jedoch als ein "manipulativer Trick" entlarvt. "Nicht die Umfrageergebnisse bestimmten hier offenbar die Interpretation, sondern umgekehrt: Die in Zahlen gefasste Wirklichkeit wurde in die bereits fertige Form der Kirchenreform-Ideologie des Professors gegossen. Ein Beispiel: Wüst zog Zulehner über junge Pfarrer her, die trotz seiner jahrzehntelangen Lehrtätigkeit zur Modernitätsskepsis neigten und in die Weltabschottung gehen. Weil die jungen Priester eine andere Vision von Kirche haben als angegraute Professoren und Kollegen es wünschen, bekommen sie von Zulehner schlechte Noten: Sie würden das Leben in den Pfarrgemeinden autoritativ/autoritär-klerikal bestimmen, ahnt der Professor. Und: Kirche wird zu einer Art antimoderner Oase inmitten einer modernen Welt, ein Zufluchtsort für Weltflüchter.", beschreibt Baier die Positionen Zulehners weiter.
Baier weist auch auf offensichtliche Mathematikfehler in der Umfrage hin. So sollen angeblich 55 Prozent der befragten Priester folgender Aussage zugestimmt haben: Die Forderung, Frauen zu kirchlichen Ämtern zuzulassen, steht im Einklang mit dem Evangelium. 53 Prozent lehnen diese Position ab. Dies macht zusammen 108 Prozent, also 540 von 500 Befragten. Abgesehen von einem mathematischen Problem gibt es schon heute Frauen in kirchlichen Ämtern. So amtiert etwa in der Erzdiözese Wien eine Pastoralamtsleiterin. Gemeint, aber nicht erfragt war vermutlich das Weiheamt.
Das Zulehner-ORF-Buch aus dem vergangenen Jahr ist offensichtlich ein Ladenhüter, Zulehner verramscht das Buch mittlerweile auf der eigenen Homepage für zwei Euro inklusive Mehrwertsteuer.
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