
29. November 2011 in Deutschland
Kölner Theologe Menke meint: "Ich bin überzeugt, dass es nicht geht. Und wenn man es versuchen würde, würde die Basis der Piusbruderschaft das, was oben beschlossen wird, nicht mitmachen"
Köln (kath.net/KNA) Zwischen dem Vatikan und der Piusbruderschaft wird es nach Einschätzung des Theologen Karl-Heinz Menke keine Einigung geben. «Ich bin überzeugt, dass es nicht geht. Und wenn man es versuchen würde, würde die Basis der Piusbruderschaft das, was oben beschlossen wird, nicht mitmachen», sagte der Bonner Dogmatik-Professor Karl-Heinz Menke am Dienstag dem Kölner domradio. Derzeit werde versucht, Papiere zu erstellen, auf die sich beide Seiten einigen könnten. «Leider klappt das so - das ist meine feste Überzeugung - nicht wirklich. Denn hinter den Einzelthemen stehen Grundüberzeugungen, die mit einem Formelkompromiss nicht beseitigt sind.»
Aus Sicht der traditionalistischen Piusbruderschaft sei alles, was es in der Kirche zu lehren gibt, mit dem Tod des letzten Apostels schon gesagt, «und die Kirche hat nichts anderes zu tun, als das, was ausdrücklich gesagt worden ist, zu bewahren». Die Wahrheit des Glaubens liege aber begründet in der Person Jesus Christus und die lasse sich nicht in Sätze oder Instruktionen fassen, so Menke. Aufgabe der Kirche sei laut dem Theologen vielmehr, diese Person immer neu zu interpretieren. «Wir kommen mit dieser Wahrheit nie zu Ende.»
Zentrale Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) wie die Religionsfreiheit könnten die Piusbrüder nach ihrem Glaubensverständnis nicht akzeptieren. Die Überzeugung, dass Gottes Wirken auch in anderen Religionen erfahren werden könne, sei für sie speziell mit Blick auf das Judentum unannehmbar. Dennoch könne er Papst Benedikt XVI. verstehen, dass er «fast bis zur Selbstverleugnung» versuche, alles gegen das Schisma zu tun. «Es ist nun mal die Aufgabe des Papstes, die Einheit der Kirche zu wahren und dafür bis an das Letztmögliche zu gehen.»
Vor rund zwei Monaten endeten Annäherungsgespräche zwischen dem Vatikan und den Piusbrüdern offiziell. Am Montagabend hatte der Generalobere der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, Veränderungen an einer vom Vatikan verfassten «lehrmäßigen Präambel» verlangt. Die Präambel sehe vor, dass über bestimmte Fragen des Zweiten Vatikanischen Konzils eine legitime Diskussion stattfinden könne. Jetzt gelte es auszuloten, wie groß der Spielraum dafür sei.
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