England: Gewissensschutz für Frauenordinationsgegner

19. Jänner 2012 in Aktuelles


Anglikaner: Kein Priester muss sich einer Bischöfin unterwerfen


London (kath.net/idea) Frauenordinationsgegnern will die anglikanische „Kirche von England“ Gewissensschutz gewähren, falls die Generalsynode im Juli die Weihe von Bischöfinnen endgültig beschließt. Die beiden Erzbischöfe Rowan Williams (Canterbury) und John Sentamu (York) haben nach Informationen der Londoner Zeitung „The Times“ einen Entwurf für Verfahrensregeln erarbeitet, die verhindern sollen, dass sich der theologisch konservative Flügel der Kirche weiter abspaltet. 1994, als die ersten anglikanischen Priesterinnen in England geweiht wurden, verließen mehr als 440 theologisch konservative Geistliche die Kirche. Jetzt betonen die Erzbischöfe einerseits, dass sie selbst Frauen im Bischofsamt positiv gegenüberstehen. Andererseits müsse die Kirche aber „Gewissensunterschiede im theologischen Urteil vollkommen respektieren“. In der Praxis sollen sogenannte „fliegende Bischöfe“ für Gemeinden zuständig sein, die Bischöfinnen ablehnen. Sie sollen auch Ordinationen von Geistlichen vornehmen. Ein Problem ist noch ungelöst: Manche Frauenordinationsgegner verwehren auch jenen männlichen Priestern die Anerkennung, die von einer Frau in ihr Amt eingesetzt wurden.

Abwanderung nach „Rom“

Auch wird eine weitere Abwanderung zur katholischen Kirche befürchtet. Der Vatikan hatte 2009 eine „Apostolische Konstitution“ veröffentlicht, die es Anglikanern erlaubt, Sonderdiözesen innerhalb der katholischen Kirche zu bilden. Seither sind zahlreiche Kirchenmitglieder, Priester und Bischöfe übergetreten. Voraussichtlich werden die ersten Bischöfinnen im Jahr 2014 geweiht. Aussichtsreiche Kandidatinnen sind der Times zufolge die Domherrin Jane Hedges (Westminster) sowie die Dekaninnen June Osborne (Salisbury) und Vivienne Faul (Leicester). Doch zunächst müssen die 44 Diözesen dem im vorigen Jahr gefassten Beschluss der Generalsynode zustimmen. In diesem Jahr soll das Kirchengesetz ratifiziert werden; dazu sind jeweils Zweidrittelmehrheiten in den drei Kammern (Bischöfe, Geistliche, Laien) nötig. Die Kirche von England hat etwa 25 Millionen Mitglieder.


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