
23. Jänner 2012 in Deutschland
Die traditionalistische Piusbruderschaft hat nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen das Hamburger Thalia-Theater eingeleitet.
Stuttgart/Hamburg (kath.net/KNA) Die traditionalistische Piusbruderschaft hat nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen das Hamburger Thalia-Theater eingeleitet. Es gebe bereits eine Unterlassungsklage gegen das «für Christen im höchsten Maß beleidigende Stück 'Golgota Picnic'», teilte der Sprecher der Piusbrüder in Deutschland, Pater Andreas Steiner, am Sonntag in Stuttgart mit. Sollte das Theater «keine Rücksicht nehmen auf die religiösen Gefühle der Christen in diesem Land», werde eine Strafanzeige folgen. Falls das umstrittene Stück am Montag trotz der Proteste aufgeführt wird, will die Bruderschaft eine friedliche Mahnwache vor dem Thalia-Theater halten.
Am Montag soll im Rahmen der «Lessingtage 2012» das Gastspiel «Golgota-Picnic» von Rodrigo Garcia auf die Bühne kommen. Stein des Anstoßes ist vor allem, dass das Stück bei seiner laut Theater-Angaben «drastischen und auch verstörenden Konsumkritik» mit einer Reihe religiöser Bilder und Symbole spielt. Unter anderem werde der gekreuzigte Jesus von einer Frau im «Nackt-Kostüm» gespielt. Außerdem finde zwischen einem Schlachtfeld aus Hamburger-Brötchen auch ein letztes Abendmahl statt.
Die Piusbruderschaft sieht hierin eine «massive Diffamierung des christlichen Glaubens». Diese trage zu einem Klima der Feindseligkeit und des Hohnes gegenüber Christen bei und mache es ihnen auf Dauer unmöglich, «ihren Glauben zu leben und öffentlich zu bekennen, ohne dadurch Schmähungen und Spott ausgesetzt zu sein».
Eine Absage von «Golgota Picnic» aufgrund der Proteste schloss eine Sprecherin des Thalia-Theaters auf Anfrage aus: «Natürlich wird das Stück gespielt.» Dass Religion infrage gestellt werde, sei nicht neu, wenn auch hier mit besonderer Radikalität ausgedrückt. Einige der zahlreichen Protestmails an das Theater, teils «verbrämt mit perfiden Drohungen», erfüllten zum Teil den Tatbestand der versuchten Nötigung, beklagte das Haus. Nun werde geprüft, wie damit umzugehen sei.
Das Erzbistum Hamburg hält sich bisher zurück. «Wir wollen versuchen, diese Produktion in angemessener Weise zu begleiten und entsprechend darauf zu reagieren», sagte der Sprecher des Erzbistums, Manfred Nielen, auf Anfrage. Konkret heißt das, man sucht nach einer geeigneten Person, die sich aus katholischer Sicht am Publikumsgespräch im Anschluss an die Aufführung beteiligt. Diesen Part übernimmt nun der Geistliche Rektor der Katholischen Akademie Hamburg, Jesuitenpater Hermann Breulmann, wie das Theater auf seiner Internetseite bekanntgab.
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