Zulehner: Der Adressat ist der Vatikan und kath.net

19. März 2012 in Österreich


Der Wiener Pastoraltheologe überrascht in einem Interview mit einer Interpretation, warum die Bischöfe eine klare Grenzziehung zur "Pfarrer-Initiative" suchen


Wien (kath.net)
Der Wiener Theologe Paul Zulehner hat zum Beginn der heute beginnenden Tagung der österreichischen Bischofskonferenz die Pfarrer-Initiative von Helmut Schüller verteidigt und gemeint, dass die Pfarrer die Einheit der Kirche nicht aufs Spiel setzen wollen. "Vieles, wie etwa die Zulassung von Geschieden-Wiederverheirateten zu den Sakramenten, geschieht in Pfarrgemeinden schon. Doch die offizielle Kirche anerkennt das nicht; obwohl andere christliche Kirchen wie die orthodoxe das auf das Evangelium begründet anerkennen. Es wäre gut, wenn die katholische Kirche demütig bereit wäre, von anderen christlichen Kirchen zu lernen", erklärte Zulehner der "Kleinen"-Zeitung.

In der Frage der Geschieden-Wiederverheiratete behauptete der Theologe dann, dass hier bereits 85 Prozent der Pfarrgemeinden diesen "ostkirchlichen Weg" gehen, der laut Zulehner schon 1980 von den Österreichischen Bischöfen unter Kardinal König als richtiger Weg vorgeschlagen worden sei. Die Kirchenleitung müsse jetzt zusehen, dass sie auf die "Spur der Kirchenentwicklung" komme.

Auf die Frage, ob denn mit der scharfen Grenzziehung vor der Frühjahrstagung der Bischofskonferenz die Bischöfe vielmehr dem Vatikan und konservativen Kreisen signalisieren wollen, dass man in Österreich alles im Griff habe, meinte Zulehner wörtlich: "Das ist eine gute Vermutung, dass der Adressat gar nicht die Pfarrerinitiative ist, sondern der Vatikan und der Nachrichtendienst kath.net."




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