
26. Juli 2012 in Aktuelles
Um einen Ginkgobaum in West New York drängen sich so viele Menschen, dass er geschützt werden muss. Der Grund: in einer Kerbe der Rinde wollen Gläubige eine wundersame Erscheinung der Jungfrau von Guadalupe erkennen.
West New York (kath.net/pl) In der eingekerbten Rinde eines Ginkgobaums in West New York wollen Gläubige eine wundersame Erscheinung der Jungfrau von Guadalupe sehen. Auch von einer Marienerscheinung ist die Rede. In den letzten Tagen drängten sich so viele Menschen um den Baum, dass die Stadt West New York im US-Bundesstaat New Jersey Schutzgitter aufstellen musste und den Baum durch Polizisten sowie Freiwillige bewachen lässt.
Die Gläubigen drängen sich zu Dutzenden um den Baum. Sie bringen Blumen, Kerzen, Marienbilder und Rosenkränze, viele von ihnen berühren die Kerbe in Frömmigkeit. Der Baum, dessen Kerbe dem Umriss des Gnadenbildes von Guadalupe ähnelt (siehe Foto), wird inzwischen öfter als Jungfrau-Maria-Baum bezeichnet.
Die 35-jährige Maria Baez gehört zu den ersten, welche Mitte Juli auf das Phänomen hingewiesen haben. Erst habe eine andere Frau eine Erscheinung gehabt, erzählte sie, dann sie selbst. Die Erscheinung habe zu ihr gesagt: Ich bin die Jungfrau. Ich war sprachlos, so Baez.
Jim Goodness, ein Sprecher der zuständigen Erzdiözese von Newark, erläuterte, dass ein Priester aus der Umgebung sich die Kerbe angesehen habe und sie als natürliches Phänomen einstufe. Doch trotzdem könne, so Goodness weiter, die Begeisterung für dieses Phänomen Menschen in ihrem Glauben wachsen lassen.
Ich muss den Menschen erlauben, ihren Glauben auszudrücken, erläuterte Felix Roque, der Bürgermeister der vorwiegend hispanisch geprägten Stadt West New York. Seiner Einschätzung nach habe diese Vermutung eines Marienwunders unter den Menschen lateinamerikanischer Herkunft stark einigend gewirkt.
© 2012 www.kath.net