
29. November 2012 in Spirituelles
Advent ist nicht nur die Zeit Vorbereitung auf das unmittelbar bevorstehende Weihnachtsfest, das erste Kommen Jesu, sondern auch auf das zweite Kommen Jesu in Herrlichkeit. Ein Kommentar zum Evangelium des ersten Adventssonntags von P. Bernhard Sirch
Illschwang (kath.net) C - 1. Adventssonntag: 1. Lesung: Jer 33, 14-16; 2. Lesung: 1 Thess 3, 12 4,2 und Evangelium: Lk. 21, 25-28.34-36
Alle Jahre wieder geistern Themen wie: Asteroiden auf Kollisionskurs zur Erde durch die Presse und beschwören die Gefahr eines möglichen Impaktes. Durch geologische Untersuchungen sind uns mehrere dieser verheerenden Impakte bekannt. So z.B. wurde in Mittelamerika ein Krater (Chicxulub auf der Halbinsel Yukatan) des Meteors gefunden, welcher vermutlich vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier auslöschte. Am 29. Sept. 2000 wurde ein neues Near Earth Object entdeckt, das am 21. Sept. 2030 an unserer Erde in einem Abstand von ca. 6 Millionen km vorbeirast, wobei ein möglicher Impakt: 1: 500 unwahrscheinlich ist, aber nicht ausgeschlossen werden kann.
Im Evangelium hörten wir heute auch von schweren kosmischen Erschütterungen: Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden (Lk 21, 25.26).
Jesus möchte aber seinen Jüngern nicht Angst machen, sondern auf sein großartiges Wiederkommen hinweisen: Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe (Lk 21, 27.29).
Jesus möchte uns vorbereiten, und er möchte auch, dass wir uns vorbereiten: Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, so, wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt (Lk 21, 34-36).
Advent ist nicht nur die Zeit der Vorbereitung auf das unmittelbar bevorstehende Weihnachtsfest, auf das erste Kommen Jesu, sondern auch auf das zweite Kommen Jesu in Herrlichkeit. Wir sind aufgerufen, uns vorzubereiten und unser Tun erneut zu überdenken.
Es ist selbstverständlich, dass wir uns auf ein bestimmtes Ereignis, das kommen wird, vorbereiten, bisweilen sogar sehr lange und sehr intensiv. Wenn wir es nicht tun, kann ein Fest, eine Reise, eine Prüfung für uns eine Enttäuschung werden. Wir können uns fragen, wie bereiten wir uns auf das Ereignis der Wiederkunft Christi vor? Warten wir eigentlich auf das Reich Gottes?
Ich darf dazu eine kleine Geschichte erzählen: Ein orientalischer Fürst gab seinem Hofnarren einen Stab und sagte zu ihm: Behalte ihn, bis du einen noch größeren Narren findest, als du selbst bist. Der Narr nahm den Stab lachend entgegen und schwang ihn bei festlichen Gelegenheiten. Eines Tages lag der Fürst auf den Tod danieder. Er rief den Narren an sein Bett und sagte: Ich werde eine lange Reise antreten. Wohin geht Ihr? fragte der Narr. Ich weiß es nicht, erhielt er zur Antwort. Für wie lange geht Ihr fort? fragte der Narr. Für immer, antwortete der Fürst. Was für Vorbereitungen habt ihr für die Reise getroffen? fragte der Narr. Der Fürst zuckte die Schulter. Gar keine. Dann nehmt dies, sagte der Narr, gab dem Fürsten den Stab in die Hand und fügte hinzu: Er gebührt Euch.
Wir können uns fragen, ob uns nicht auch so ein Stab gebührt. Wir bereiten uns auf alle möglichen Ereignisse vor; das Entscheidende ist, dass all unser Tun eine Vorbereitung für unser endgültiges Ziel ist.
Das Ziel Jesu ist: uns in sein Reich aufzunehmen. Wir sind für diese Zukunft erschaffen. Dass wir das Kommen Christi erwarten, wird immer wieder in den Gebeten der Kirche deutlich. Nach der Wandlung rufen wir: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit".. Wir beten im Vaterunser: Dein Reich komme. Nach dem Vater unser betet der Priester: Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten".
Die leuchtende Zukunft, die wir Christen erwarten, wird erst glaubhaft, wenn sie zurückwirkt in die Gegenwart und schon jetzt neues Leben schafft. So ermahnt uns der hl. Paulus in der zweiten Lesung: Brüder und Schwestern! Der Herr lasse euch wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen wie auch wir euch lieben, damit euer Herz gefestigt wird und ihr ohne Tadel seid, geheiligt vor Gott, unserem Vater, wenn Jesus, unser Herr, mit allen seinen Heiligen kommt (1 Thess 3, 12.13). Das Zeugnis der Liebe wird von allen Menschen verstanden und dieses Zeugnis der Liebe muss in der Praxis des christlichen Lebens aufleuchten im Hinblick auf unsere Zukunft, die dadurch glaubhaft wird. Die Menschen müssen spüren, dass wir auf unsere Zukunft hin leben.
Das Tagesgebet des heutigen Sonntags fasst zusammen: "Herr, unser Gott, alles steht in deiner Macht... Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten".
"Auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen".
Dies ist ein Weg Christus entgegenzugehen, zu dem uns das Evangelium einlädt: "Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt" (Lk 21, 36). Das Entscheidende ist der Satz: "damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt" (Lk 21, 36). Dies ist das Wichtigste, was wir tut können: "auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen" (Tagesgebet).
"Auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen" (Tagesgebet). Was bedeutet: "Auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen" (Tagesgebet)? Haben wir aus den Texten der hl. Messe einen Hinweis?
"In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Er wird für Recht und Gerechtigkeit sorgen im Land. In jenen Tagen wird Juda gerettet werden, Jerusalem kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Jahwe ist unsere Gerechtigkeit" (1. Lesung: Jer 33, 35.36). Der Schreiber der Messtexte sieht in: "Jahwe ist unsere Gerechtigkeit" (1. Lesung: Jer 33, 36) ein Ziel.
Ein Ziel ist auch: "und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten" (Tagesgebet). Auch hier ist wieder die Liebe eine Tat. So schreibt der Papst seine erste Enzyklika: "Deus caritas est". Gott ist nicht ein Gott der Untätigkeit, sondern er ist ein Gott der Liebe. Auf was sollen wir uns vorbereiten: "auf seine Ankunft", genauer: auf seine Wiederkunft. Damit ist das Endziel gegeben.
Dies ist auch als Endziel des persönlichen Lebens gegeben. Ich kann Sie nur darauf hinweisen, dass das Endziel des persönlichen Lebens nicht etwas Außerirdisches, sondern dass das "Außerirdische" nicht etwas ist, was "außer dem Irdischen" sich aufhält. Es gibt noch eine "Realität" wie das "Irdische" in diesem Leben.
Dadurch ist auch ein vertieftes Endziel gegeben: Christi Wiederkunft, so dass wir das Tagesgebet des heutigen Sonntags in einem Gebet zusammenfassen, vertieft beten, können: "Herr, unser Gott alles steht in deiner Macht; du schenkst das Wollen und das Vollbringen. Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten, damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten, wenn er wiederkommt in Herrlichkeit".
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