Bischof Hofmann: Erzeugnisse, die der katholischen Lehre widersprechen

26. Februar 2014 in Deutschland


Würzburger Bischof über die insolvente Verlagsgruppe Weltbild: Das Bistum Würzburg habe seit langem die Trennung von Weltbild gefordert - Bistum gibt 25 Prozent mehr Geld für Weltbild als es Gewinnausschüttung erhalten hatte


Würzburg (kath.net/KNA) Die Diözese Würzburg gibt nach eigenen Angaben mehr Geld für die insolvente Verlagsgruppe Weltbild aus als sie eingenommen hat. Der Betrag von 3,2 Millionen Euro für die Abfederung der sozialen Folgen der Insolvenz liege rund 25 Prozent über den Gewinnausschüttungen, die die Diözese aus der Weltbild-Beteiligung erhalten habe, sagte Bischof Friedhelm Hofmann (Foto) am Dienstag bei der Vorstellung des Diözesanhaushalts. Das Bistum Würzburg hält an Weltbild einen Anteil von 5,7 Prozent.

Der Bischöfliche Finanzdirektor Albrecht Siedler führte weiter aus, dass die Diözese mehr als elf Millionen Euro durch die Insolvenz von Weltbild verliere. Das Stammkapital veranschlagte er mit 850.000 Euro, außerdem seien knapp 5,8 Millionen Euro Gewinn in Form von Genussrechte-Kapital im Unternehmen verblieben. Dazu komme ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1,5 Millionen Euro und die von Hofmann erwähnten 3,2 Millionen Euro. Diese zählten zu den von den Weltbild-Gesellschaftern zugesagten bis zu 65 Millionen Euro, mit denen die Mitarbeiter unterstützt werden sollen. Hofmann sagte, es sei Diözesanleitung und Diözesansteuerausschuss nicht leicht gefallen, jene 3,2 Millionen Euro bereitzustellen. «Denn letztlich steht dieses Geld nicht mehr für pastorale Zwecke der Diözese zur Verfügung.» Ihn schmerzten die Entwicklungen bei dem Unternehmen sehr, «besonders mit Blick auf die zahlreichen Frauen und Männer, die bei Weltbild beschäftigt sind». Deshalb stehe man auch zu der sozialen Verantwortung als Anteilseigner.

Seit langem habe Würzburg die Trennung von Weltbild gefordert, betonte Hofmann. «Meines Erachtens kann es keine kirchliche Aufgabe sein, ein solch großes Unternehmen mit seinen systembedingten Eigenheiten zu führen - ich nenne hier nur das mediale Angebot von Erzeugnissen, die der katholischen Lehre widersprechen.» Leider sei es den Gesellschaftern nicht gelungen, bis 2012 eine Lösung zu finden, «in einer Zeit also, in der sich zumindest die wirtschaftliche Situation der Verlagsgruppe noch sehr positiv dargestellt hat».

Im Geschäftsjahr 2012/2013 habe Weltbild jedoch mit einem Verlust von 100 Millionen Euro weit über die Hälfte seines Eigenkapitals verloren, sagte der Bischof. Dies sei ebenso wenig abzusehen gewesen wie die weiteren «erheblichen Verluste» im Geschäftsjahr 2013/2014.

Weltbild gehörte bisher zwölf katholischen Bistümern in Deutschland, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Zur Insolvenz kam es, als die Geschäftsführung im Januar kurzfristig einen massiv gestiegenen Kapitalbedarf anmeldete, den die Gesellschafter nicht bedienen konnten.

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Foto Bischof Hofmann (c) Bistum Würzburg


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