
22. Mai 2014 in Chronik
«Israel Hayom»: Die Geste der Kranzniederlegung des Papstes am Grab von Theodor Herzl sei eine Wiedergutmachung für die Abweisung Herzls durch Pius X.
Jerusalem (kath.net/KNA) Papst Franziskus will sich bei seinem Jerusalembesuch nach Darstellung einer Zeitung für ein «historisches Unrecht» bei der Staatsgründung Israels entschuldigen. Das Blatt «Israel Hayom» bezieht sich in dem entsprechenden Beitrag (Mittwoch) auf die geplante Kranzniederlegung des Papstes am Grab von Theodor Herzl (1860-1904), dem Begründer des politischen Zionismus. Die Geste sei eine Wiedergutmachung für die Abweisung Herzls durch Pius X. (1903-1914) und bedeute eine «Wende in der päpstlichen Haltung zu Israel».
Herzl hatte im Januar 1904 eine Audienz bei Pius X. erhalten und dabei um kirchliche Unterstützung für einen Judenstaat in Palästina geworben. Nach Herzls Tagebucheintragung wies der Papst das Ansinnen mit den Worten zurück: «Die Juden haben unseren Herrn nicht anerkannt, und daher können wir das jüdische Volk nicht anerkennen.»
Ebenso wandte sich Pius X. demnach gegen den Vorschlag eines säkularen Staates mit der Garantie eines Sonderstatus für die heiligen Stätten: Wenn der Vatikan schon nicht Juden unterstützen könne, die den christlichen Glauben ablehnten, dann umso weniger einen israelischen Staat, der auf jegliche religiöse Überzeugungen verzichte, notierte Herzl damals.
Papst Franziskus reist von Samstag bis Montag nach Jordanien, Palästina und Israel. Am Montag will er unter anderem den Herzl-Berg in Jerusalem besuchen. Das vatikanische Reiseprogramm sieht vor, dass Franziskus entsprechend den Gepflogenheiten für fremde Staatsoberhäupter einen Kranz am Grab Theodor Herzls niederlegt. Dabei sollen ihm ein christliches Mädchen und ein christlicher Junge assistieren.
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