'Wir sind Kirche' ähnlich wie 'Piusbruderschaft'

23. Mai 2014 in Kommentar


Kölner Domradio erklärte in Kommentar die Exkommunikation des Ehepaars Heizer und kritisiert die Mär, die vom "Wir-sind-Kirche"-Deutschland Chef Weisner verbreitet wird. Domradio: "Keine Exkommunikation wird vom Papst persönlich ausgesprochen“


Köln (kath.net)
Das Kölner Domradio hat in einem Kommentar zur Exkommunikation des Ehepaars Martha und Gert Heizer von "Wir sind Kirche" darauf hingewiesen, dass die Gruppierung "Wir sind Kirche" sich auf einen "schmalem Grat" befinde. Kommentator Jan Hendrik Stens erklärt in dem Zusammenhang: "Wenn eine Gallionsfigur einer Gruppierung, die die katholische Kirche reformieren möchte, den offenen Bruch mit dieser sucht, fragt man sich, was da noch zu erwarten ist. Eine ehrlich gemeinte Reform oder eine bewusst gesuchte Spaltung?" Stens verwies darauf, dass sich auch die Piusbruderschaft im Jahr 1988 ähnlich verhalten habe, als sie 1988 mit Ankündigung Bischöfe ohne Roms Zustimmung weihte und dadurch den Bruch förmlich gesucht habe. "Auch diese Gruppierung handelte damals übrigens aus dem Selbstverständnis ‚Wir sind Kirche‘."

Der Domradio-Redakteur kritisiert dann auch klar Heizers Kollegen Christian Weisner, der "Wir-sind-Kirche“ in Deutschland leitet, weil dieser für die Exkommunikation ernsthaft noch den emeritierten Papst Benedikt XVI. verantwortlich machen möchte. "Ebenso wird sich wohl so mancher die Mär zusammenkonstruieren, dass hinter der Exkommunikation weniger Franziskus als vielmehr der ‚Hardliner‘ Gerhard Kardinal Müller steckt", so Stens, der aber Zweifel äußerte, ob sich die "kirchenpolitische Landschaft" so einfach zurechtbiegen lasse.

Der Kommentator erklärte dann, dass das Delikt im Zuständigkeitsbereich des Ortsbischofs geschehen sei. Dieser hat eine Untersuchung eingeleitet und die Glaubenskongregation informiert. Die Exkommunikation werde dann vom Bischof ausgesprochen und übermittelt. Der Domradio-Redakteur betonte, dass der Papst an die Kongregation "delegiere", deren Präfekten er ernannt hat. Papst Franziskus billige also das dortige Personal und die dortigen Arbeiten. "Keine Exkommunikation wird vom Papst persönlich ausgesprochen, sondern immer über die dafür zuständigen Organe. Eine Änderung dieses Verfahrens herbeizuführen, käme einer Schwächung der Ortskirchen gleich, was Franziskus ja gerade nicht will.", erklärt Stens.


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