
17. März 2003 in Aktuelles
Tony Blair hatte vom Vatikan einen Dispens erhalten, um von Papst Johannes Paul II. die hl. Kommunion empfangen zu dürfen.
London (www.kath.net) Ein kleiner Schritt für Tony Blair, ein großer für die anglikanische Kirche? Dass der britische Premierminister, seines Zeichens Anglikaner, aus den Händen von Papst Johannes Paul II. die hl. Kommunion empfangen hat, löste in der anglikanische Kirche ausführliche Kommentare aus, wie den anglikanischen "Church Times" zu entnehmen ist. Am 22. Februar hatte ihn der Papst zu einer Privataudienz geladen, am Tag darauf nahm Blair mit seiner (katholischen) Frau Cherie und drei seiner Kinder an der Feier einer hl. Messe mit Johannes Paul II. teil.
Vatikaninsider bestätigen, dass Blair einen Dispens erhalten hatte, um die hl. Kommunion empfangen zu können. "Es könnte bedeutsam sein", meinte Rev. Jonathan Boardman, Kaplan in einer anglikanischen Kirche in Rom: "Dieser kleine Stein könnte eine Lawine auslösen." Die Gewähr von Dispensen werde von jenen unter den Anglikanern hoch bewertet, die keine bekämen. Angehörige der anglikanischen Kirche, die mit Katholiken verheiratet sind, dürfen in Ausnahmesituationen die hl. Kommunion empfangen. Entsprechende Richtlinien wurden im 1998 herausgegebenen Hirtenschreiben der Bischofskonferenzen von England und Wales, Irland und Schottland über die Eucharistie ("One Bread One Body") erlassen. Der Empfang ist jedoch nur "ausnahmsweise" möglich, unter anderem bei der Taufe oder der Firmung der eigenen Kinder.
"Wir sind sehr erfreut", meinte Martin Reardon, einer der Präsidenten der "Association of Interchurch Families": "Das ist ein Fortschritt. Wir hoffen, dass die Richtlinien sich so entwickeln, dass sie den pastoralen Bedürfnissen der interkonfessionellen Familien entsprechen." Andere Stimmen meinen, dass es zu viele Ausnahmen gebe. Dies veranschauliche "den Scharfsinn des Papstes vorwärtszukommen - indem er die kleinen Dinge, die möglich sind, tut anstatt der großen Dinge". Aus dem Büro von Tony Blair gibt es zu dieser Angelegenheit keine Stellungnahme. Es habe sich um eine "rein private" Reise gehandelt.
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