
14. Februar 2015 in Weltkirche
Indischer Premier fordert den Polizeichef von Neu Delhi auf, entschieden gegen Übergriffe auf katholische Einrichtungen vorzugehen. Zuvor hatte es in wenigen Wochen in sechs Fällen Vandalismus gegen katholische Einrichtungen gegeben.
Neu Delhi (kath.net/KNA) Nach der jüngsten Attacke auf eine katholische Schule in Neu Delhi hat Indiens Premierminister Narendra Modi ein Ende der Angriffe gegen kirchliche Einrichtungen verlangt. Wie die indische Tageszeitung «Times of India» (Onlineausgabe Freitag) berichtet, forderte Modi den Polizeichef von Neu Delhi auf, entschieden gegen Übergriffe auf katholische Einrichtungen vorzugehen. Am Freitagmorgen hatte es in der indischen Hauptstadt einen Einbruch in eine katholische Schule gegeben.
Modi habe «zügige Ermittlungen in den Fällen von Vandalismus» gefordert, so die Zeitung. Polizeichef B. S. Bassi sagte indischen Medien nach dem Treffen mit dem Premierminister: «Wir haben die Sicherheit rund um Kirchen verstärkt und nehmen die Sache sehr ernst.» Der Regierungschef habe die Polizei gebeten sicherzustellen, dass sich derlei Angriffe nicht wiederholen.
Der Einbruch in die Schule war der sechste Fall von Vandalismus gegen katholische Einrichtungen in den vergangen Wochen. In den Fällen zuvor waren Kirchen das Ziel der Übergriffe. Konkrete Hinweise auf die Täter fehlen bislang. In der Erzdiözese Neu Delhi werden die Täter in den Reihen extremistischer Hindu-Organisationen vermutet.
Modi und seine hindu-nationalistische Partei BJP hatten vor einem Jahr die Parlamentswahlen gewonnen. Der BJP nahestehende extremistische Hindu-Organisationen haben seither in einigen Teilen Indiens ihr Vorgehen gegen religiöse Minderheiten wie Christen und Muslime verstärkt. Bei der Wahl zum Landesparlament von Neu Delhi erlitt die BJP nun am Dienstag eine Niederlage. Sie gewann lediglich 3 der 70 Parlamentssitze. Die übrigen 67 gingen an die «Partei des Einfachen Mannes» (Aam Admi Party, AAP) des Antikorruptions-Aktivisten Arvind Kejriwal.
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