
3. Mai 2003 in Chronik
Bernhard Fellay zur geplanten Feier in der Basilika Santa Maria Maggiore: "Es ist eine wichtige Geste von römischer Seite aus"
Paris (kath.net/Zenit.org)
Die Mitglieder der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. haben die Ankündigung der Messfeier nach dem Missale des heiligen Papstes Pius V. positiv aufgenommen.
Kardinal Dario Castrillón Hoyos, Präfekt der Kleruskongregation und Präsident der Päpstlichen Kommission "Ecclesia Dei" wird diese Messe am 24. Mai in Form eines Pontifikalamtes in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom zelebrieren. Die Kommission wurde nach den von Erzbischof Lefebvre vorgenommenen Bischofsweihen zur Förderung der Versöhnung der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit Rom eingerichtet.
"Es ist eine wichtige Geste von römischer Seite aus", hat Bischof Bernhard Fellay, Verantwortlicher der Priesterbruderschaft St. Pius X. gegenüber der französischen katholischen Zeitung "La Croix" erklärt.
Der Nachfolger von Erzbischof Lefebvre sagte in diesem Zusammenhang jedoch auch, er hoffe nun "auf deutlichere Zeichen in unsere Richtung aus Rom". "Die traditionelle Messe in einer römischen Basilika wird eine sehr aussagestarke Geste für alle mit der traditionellen römischen Liturgie verbundenen Katholiken sein". Dies sagte der für die apostolische Administration von Sankt Johannes Maria Vianney in Brasilien verantwortliche Bischof Fernando Areas Rifan gegenüber "La Croix". Diese Gruppe ist erst im Januar 2002 wieder zur vollen Gemeinschaft mit der Kirche zurückgekehrt.
Der Bruch zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl erfolgte am 30. Juni 1988 durch die von Erzbischof Lefebvre vorgenommenen Weihen von vier Bischöfen - darunter auch Bischof Fellay - ohne die Zustimmung des Bischofs von Rom. Am darauffolgenden 2. Juli erließ Papst Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben "Ecclesia Dei" in Form eines "motu proprio", in dem er diese Bischofsweihen als einen "schismatischen Akt" bezeichnete.
© 2003 www.kath.net