USA: Auch Repräsentantenhaus für Verbot von Teilgeburtsabtreibung

6. Juni 2003 in Aktuelles


Damit ist der Weg für ein Spätabtreibungsverbot frei - Die Zustimmung von US-Präsident George W. Bush ist sicher


Washington D. C. (www.kath.net)
Die USA wird die sogenannte Teilgeburtsabtreibung verbieten. Am MittwochAbend hat auch das Repräsentantenhaus mit 282 zu 139 Stimmen einemGesetzesentwurf zugestimmt, der die Spätabtreibung verbietet. Damit konnteerstmals nach sieben Jahren dieses Gesetz im Kongress durchgesetzt werden. Derfrühere US-Präsident Clinton hat während seiner Amtsperiode stets ein Vetogegen entsprechende Gesetzesentwürfe eingelegt. George W. Bush hat bereitsim Jänner angekündigt, ein diesbezügliches Gesetz zu unterstützen. Wörtlichsprach Bush von einem "wichtigen Schritt in Richtung einer Kultur des Lebenin Amerika". Der US-Präsident dürfte damit in wenigen Wochen das Gesetzunterzeichnen. Bei einer Teilgeburtsabtreibung, die im letzten Trimester derSchwangerschaft bei zumeist bereits lebensfähigen Kindern zur Anwendungkommt, werden die Wehen durch ein Hormon ausgelöst und das Kind bis auf denKopf zur Welt gebracht. Durch einen Stich in den Hinterkopf und Absaugen derGehirnmasse wird das Kind getötet.

Die Katholische Kirche zeigte sich über diese Pro-Life-Initiative sehrerfreut. Bereits im März bei der Annahme des Gesetzes im Senat sagteCathleen Cleaver, die Pro-Life-Sprecherin der US-Bischofskonferenz, dassdamit zum ersten Mal seit dem Gerichtsurteil "Roe v. Wade" im Jahre 1973,mit dem in den USA die Abtreibung legalisiert wurde,Abtreibung auf Bundesebene eingeschränkt werde. Sie sprach von einem"historischen Votum"und von einem großen Sieg für Frauen und Kinder. Wörtlich meinte sie: "DieAbschaffung der Teilgeburtsabtreibung war eine der wichtigsten Prioritätender US-Bischöfe der letzten Jahre." In einer ersten Stellungnahme zurAnnahme des Gesetzes im Repräsentantenhaus sagte Kardinal Bevilacqua, dassdie US-Bischöfe über das Votum sehr dankbar seien und der Kongress damit "inHarmonie mit der großen Mehrheit der Amerikaner ist, die diesen "Akt derGewalt" für inakzeptabel halten."

Sowohl für die Pro-Life-Bewegung als auch für die Pro-Abtreibungs-Lobbyistengilt dieser Gesetzesentwurf als sehr wichtiges Signal, dermöglicherweise weitere Pro-Life-Gesetze mit sich bringen könnte. Ken Connersvom "Family Research Council" erinnerte daran, dass damit das erste Mal seit30 Jahren in den USA eine wirkliche Einschränkung der Abtreibung erfolge.Auch Kate Michelman, die Sprecherin derder Pro-Abtreibungs-Organisation NARAL (National Abortion Rights ActionLeague) meinte, der US-Präsident und der Kongress hätten den Rubikon inRichtung Rücknahme der "Abtreibungsliberalisierung" überschritten.


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