Schottische Katholiken protestieren gegen 'Popetown'

11. August 2003 in Chronik


Es sei ein "öffentlich finanzierter Angriff" auf den Glauben, der gegenüber dem Islam oder dem Judentum unvorstellbar wäre, kritisiert ein Bischof.


Edinburgh (www.kath.net) Die katholische Kirche in Schottland protestiert nach wie vor gegen die Pläne der BBC, eine satirische Sitcom à la "Simpsons" auszustrahlen, die die Kirche durch den Kakao zieht. Das berichtete die "Sunday Times". Der satirische Grundton ist ähnlich wie jener bei den "Simpsons", Ort des Geschehens ist jedoch nicht Springfield sondern der Vatikan. Der Comic thematisiert den Büroalltag, das Unternehmen ist der Vatikan, die Mitarbeiter sind Kardinäle und Ordensleute, der Chef der Papst.

Über 25.000 Katholiken haben mittlerweile eine Petition unterschrieben, in der die BBC aufgefordert wird, "Popetown" nicht zu zeigen. Der Film porträtiere Kardinäle als "falsch, korrupt und auf mysteriöse Art und Weise reich", heißt es im BBC-Pressematerial, der Papst sei eine 77-jährige grantige und kindische Gestalt, die ihren Launen freien Lauf lässt.

Das schottische "Broadcasting Council" verpflichte sich, die Interessen der Beitragszahler zu vertreten, argumentieren die Katholiken. Dies sei in diesem Fall nicht gewährleistet. Ein Treffen von Vertretern der BBC und der Kirche ist Ende August geplant. Viele Leute erlebten es als einen "öffentlich finanzierten Angriff auf ihren Glauben", erklärt Bischof John Devine von Motherwell. "Es ist schwierig, das Programm anders zu erleben als als unberechtigten Angriff, und es ist unmöglich, sich einen ähnlich respektlosen Umgang mit dem Islam oder dem Judentum vorzustellen."


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