Bischof Kothgasser: Freude über kompetenten Nachfolger

21. Oktober 2003 in Österreich


KATH.NET dokumentiert die Stellungnahme des Salzburger Erzbischofs Alois Kothgasser zur Ernennung von Manfred Scheuer zum Diözesanbischof der Diözese Innsbruck


Salzburg (www.kath.net)
"Was lange währt, wird endlich gut." Ich freue mich, dass die Diözese Innsbruck nicht mehr verwaist ist und dass ich einen hervorragenden Nachfolger bekommen habe. Als Metropolit und somit zuständig für dieSuffraganbistümer ist es mir wichtig, dass die Bischofsnachfolge in Innsbruck nun gut geregelt wurde.

Der neue Bischof kommt von außen. Das ist zu begrüßen, denn dadurch kann ersich ein objektives Bild der Diözese machen, vollkommen unbeeinflusst; erist auch viel freier in den Entscheidungen. Er ist Oberösterreicher wie derLandeshauptmann von Tirol, auch von daher ist also eine gute Zusammenarbeitzu erwarten. Er ist Diözesanpriester; Österreich hat ja schon eine Reihe vonOrdenspriestern als Bischöfe. Er ist ein junger Bischof und hat die Chance,den bischöflichen Dienst für längere Zeit auszuüben.

Er war in der Seelsorgetätig und ist Universitätsprofessor, was gerade für die UniversitätsstadtInnsbruck von großer Bedeutung ist. Er hat den Vorteil, dass er von 1976 bis1981 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom studiert und imCollegium Germanicum et Hungaricum gewohnt hat, was für seine Beziehungen zuRom wichtig ist und ihm die Möglichkeit gibt, in italienischer Sprache mitden zuständigen Stellen im Vatikan zu sprechen. Durch seine Dissertation undHabilitation an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg imBreisgau bei Prof. Gisbert Greshake hat er als Dogmatiker die bestenVoraussetzungen für eine solide, fundierte, offene Theologie undVerkündigung. Er ist Postulator im Seligsprechungsprozess von FranzJägerstätter, der aus Gewissensgründen seinen Dienst im unseligenHitlerregime verweigert hat.

Die Tatsache, dass Manfred Scheuer von 1988 bis 1996 Spiritual imPriesterseminar in Linz war, ist Garantie dafür, dass er in derPriesterausbildung kompetent ist; außerdem war er Hochschulpfarrer inFreiburg im Breisgau, während er die Habilitation vorbereitete. Zu seinenForschungsschwerpunkten zählt die Theologie der Spiritualität, ein höchstaktuelles Gebiet theologischer Forschung und praktischer pastoralerVermittlung, ferner ist er ein Kenner des hl. Thomas von Aquin und derentsprechenden Thomasforschung und hat des Öfteren Stellung bezogen zurFrage von Glaube als Widerstandskraft und zum Thema des Gedächtnisses derOpfer und Täter.

Ich freue mich nicht nur für die Diözese Innsbruck, sondern auch für dieösterreichische Bischofskonferenz, weil mit Prof. Scheuer sicher Fragen,die die Situation der Kirche und der Gesellschaft heute betreffen, kompetentangegangen werden können. In diesen Tagen hat Papst Johannes Paul II.anlässlich seines 25-jährigen Papstjubiläums das wichtige nachsynodaleDokument über die Bischöfe unterschrieben, das den bedeutsamen Titel trägt:"Der Bischof ­ Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung derWelt" (16. Oktober 2003). Darin ist auch das Programm für den neu ernanntenDiözesanbischof von Innsbruck enthalten.

Bei der Bischofsweihe erfolgt die Anrufung um die Ausgießung des HeiligenGeistes. Im altehrwürdigen Weihetext heißt es: "Du, Vater, kennst die Herzenund hast deinen Diener zum Bischofsamt berufen. Gib ihm die Gnade, deinheiliges Volk zu leiten."


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