Kardinal Wetter gegen Verfälschung von Advent und Weihnachten

6. Dezember 2003 in Aktuelles


Advent und Weihnachten würden zu "Konjunkturbelebungsfeiern der Religion des Marktes", kritisierte der Erzbischof von München.


München (www.kath.net / ok) Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, hat sich nachdrücklich gegen eine Verfälschung und Banalisierung der christlichen Advents- und Weihnachtszeit ausgesprochen. Fast überall in Kaufhäusern und auf Märkten werde mit dem rotgewandeten und zipfelmützigen „amerikanischen Weihnachtsmann“ geworben, der zum Sinnbild des heutigen Umgangs mit Advent und Weihnachten geworden sei.

In der Sendung „Zum Sonntag“ des Bayerischen Rundfunks, die zum Nikolausfest am Samstag, 6. Dezember, ausgestrahlt wird, sagte der Kardinal, die christlichen Traditionen und Bräuche würden ihres Inhalts beraubt und zu wirtschaftlichen Zwecken umgedeutet. Auch die kürzlich von Politikern vorgetragene Idee, selbst die Adventssonntage für den Verkauf zu öffnen, zeige dies. Advent und Weihnachten würden so zu „Konjunkturbelebungsfeiern der Religion des Marktes“. Dem würden zunehmend ganze Bereiche menschlichen Lebens geopfert.

Weihnachten sei das Fest der Menschwerdung Gottes, und der Advent solle die Menschen wieder dafür öffnen, Gott in ihrem Leben einen Platz einzuräumen. „Dazu brauchen wir Zeiten der Ruhe und der Besinnung, des Gebets und nicht zuletzt die Feier des Gottesdienstes“, erklärte der Kardinal.

Einkaufen und Festschmuck gehörten zwar auch in diese Zeit, dürften aber nicht zum alleinigen Inhalt werden. Wörtlich sagte Wetter: „Wenn wir den Sinn des Weihnachtsfestes verlieren und den Advent in eine Zeit gesteigerten Konsums umdeuten, verlieren wir nicht nur schönes Brauchtum, sondern alles, was wir eigentlich zum Leben brauchen, nämlich Gott.“


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