England: Erfolgreicher Protest gegen geplante Sitcom ,Popetown’

10. Februar 2004 in Aktuelles


Ein katholischer Kommentator rief die anderen Religionen auf, solidarisch mit der katholischen Kirche zu sein und gegen die Ausstrahlung der Sitcom zu protestieren.


London (www.kath.net)
„Popetown“ regt auf: Tausende Menschen haben sich seit Bekanntgabe des Programms vor 15 Monaten beim englischen Fernsehsender BBC über die geplante Serie beschwert, die den Papst und den Vatikan durch den Kakao zieht. Die Sitcom „Popetown“ zeigt den Papst als infantilen, manischen Greis, der sich als konfuser Bürochef mit korrupten Kardinälen herumschlägt.

Die religiösen Gefühle von sechs Millionen Katholiken im Land würden verletzt, kritisiert die Kirche. Für Aufsehen sorgte in den letzten Tagen auch der Menschenrechtsaktivist James Mawdsley, der in einem Schreiben an den „Catholic Herald“ mit einem Boykott drohte: Er werde die Fernsehgebühr nicht zahlen und lieber ins Gefängnis wandern, kündigte er an.

Die BBC wird offensichtlich nervös und versucht zu kalmieren. Eine BBC-Sprecherin meinte laut Bericht des „Guardian“, der Name der zehnteiligen Serie werde möglicherweise geändert: Statt „Popetown“ soll die Sitcom „Holy Smoke“ heißen. Die Beschwerden der Menschen würden ernst genommen, betonte sie: „Wir sprechen ständig mit verschiedenen Leuten, auch Vertretern der katholischen Kirche, über dieses Programm.“ Der Name „Popetown“ sei nur ein „Arbeitstitel“.

Manche Insider sehen schwarz. Sie meinen, die entstandene Kontroverse mache eine Ausstrahlung der Serie ohnehin unmöglich. Jene Menschen, die sich beschweren, hätten die Drehbücher nicht gesehen, „aber wenn sie das hätten, wären sie sehr empört“, heißt es aus Insiderkreisen, wie die Zeitung meldete. „Popetown“ hätte bereits im Herbst 2003 auf BBC3 ausgestrahlt werden sollen. Geplanter Start sei nun im Laufe des Jahres 2004, gab die BBC bekannt.

Der katholische Fernsehkommentator Clifford Longley meinte auf Radio 4: „Es ist ganz einfach: Wenn du die Führung der katholischen Kirche auf diese Art und Weise beleidigst, dann beleidigst du alle Katholiken - auch jene sechs Millionen, die in England leben. Und du setzt sie dem öffentlichen Hass, der Lächerlichkeit und Verachtung aus.“ Longley rief die anderen Religionen auf, solidarisch mit der katholischen Kirche zu sein: „Es wäre gut für jüdische und muslimische Religionsführer, sich auf die Seite der Katholiken zu stellen und dagegen zu protestieren.“

Foto: (c) BBC


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