
20. August 2020 in Deutschland
Die Öffentlich-Rechtlichen Sender haben während der Corona-Krise zu einseitig informiert. Dies werfen jetzt die Medienwissenschaftlern Dennis Gräf und Martin Hennig der Universität Passau den Sendern vor
München (kath.net)
Die Öffentlich-Rechtlichen Sender haben während der Corona-Krise zu einseitig informiert. Dies werfen jetzt die Medienwissenschaftlern Dennis Gräf und Martin Hennig der Universität Passau den Sendern vor, wie Focus berichtet. Dabei seien Sondersendungen "zum Normalfall" avanciert, andere Themen wurden komplett ausgeblendet. Die Sender haben dabei einen massenmedialen "Tunnelblick" erzeugt, so seien Fußgängerzonen ohne Fußgänger, Homeoffice während gleichzeitiger Kinderbetreuung und völlig erschöpfte Pflegekräfte immer wieder gezeigt worden. "Solche Bilder kennen wir aus Endzeiterzählungen und Zombiegeschichten“, erklärt Gräf dem epd. "Sondersendungen wurden zum Normalfall und gesellschaftlich relevante Themen jenseits von Covid-19 ausgeblendet: Es war eine Verengung der Welt." Den Menschen wurden alleine durch die Häufigkeit der Sondersendungen ein permanentes Krisen- und Bedrohungsszenario vermittelt.
Diese Inszenierungsstrategien seien laut den Medienwissenschaftlern sonst nur bei "Hollywood-Blockbustern" über gefährliche Viren zu finden. Für ihre Studie haben Gräf und Hennig mehr als 90 Sendungen von „ARD Extra“ und „ZDF Spezial“ im Zeitraum von Mitte März bis Mitte Mai analysiert.
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