
11. Mai 2004 in Österreich
Ein Kommentar von Manfred Maurer / NEUES VOLKSBLATT zum geplanten "Skandalmusical" "Ave Eva" in Mariazell
Was immer das Motiv für die Aufführung des umstrittenen Singspieles Ave Eva beim Mitteleuropäischen Katholikentag gewesen sein mag, Sensibilität für religiöse Gefühle kann dabei keine Rolle gespielt haben. Auch wenn die Verteidiger dieses Stückes ins Treffen führen, es gehe darin eigentlich um Marienverehrung, so sollte ihnen bewusst sein, dass sich die Wirkung einer Botschaft durch falsche Wortwahl ins Gegenteil verkehren kann. Es gibt halt Katholiken, die in religiösen Texten nicht mit angestautem Samen und geilen Gesichtern konfrontiert werden wollen. Wer glaubt, heute mit Provokationen aus den 70er-Jahren Jugendliche für die Kirche begeistern zu können, hat ohnehin keine Ahnung von der Jugend. Nachplappern, was die tagtäglich überall hört, wirkt nicht cool, sondern anbiederisch. Die erst nach Protesten erfolgte Streichung brisanter Passagen unterstreicht nur eine Orientierungslosigkeit, vor der die Kirche eigentlich Zuflucht bieten sollte auch und besonders der Jugend. Die beste Lösung daher: Streichung des ganzen Stückes vom Mariazeller Programm. Das gebietet der Respekt vor religiösen Gefühlen, zu dem sich die Bischöfe eigentlich verpflichtet fühlen sollten.
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