
18. Mai 2004 in Aktuelles
In seiner Autobiographie bekennt Johannes Paul II., dass die Reise in den mexikanischen Wallfahrtsort der Schlüssel für seine große Polenreise war.
Vatikan (www.kath.net) Papst Johannes Paul II. schreibt in seiner neuen Autobiographie "Steht auf, lasst uns gehen", dass der mexikanische Marienwallfahrtsort Guadalupe eine entscheidende Rolle in seinem Pontifikat gespielt hat. 1979 besuchte er während seiner ersten apostolischen Reise das Heiligtum, wo sich im Jahr 1531 die Morenita dem Mexikaner Juan Diego offenbarte.
Diese Reise war in gewissem Sinne inspirierend und richtungweisend für alle folgenden Jahre des Pontifikats, bekennt Johannes Paul II. in dem Buch, das heute, zu seinem 84. Geburtstag, weltweit in mehreren Sprachen in einer Auflage von rund einer Million Stück erscheint.
Passierschein nach Polen
Die Reise nach Mexiko sei für ihn wie eine Art Passierschein gewesen, der ihm den Weg freimachen konnte zu einer Pilgerreise nach Polen. Tatsächlich dachte ich mir, die Kommunisten Polens könnten mir die Erlaubnis zur Wiedereinreise in die Heimat nicht verweigern, nachdem ich in einem Land wie dem damaligen Mexiko, das eine völlig laikale Verfassung besaß, empfangen worden war. Ich wollte nach Polen, und das wurdenoch im Juni desselben Jahres Wirklichkeit.
Guadalupe, der größte Wallfahrtsort von ganz Amerika, sei für jenen Kontinent das, was Czestochowa für Polen ist, notiert Johannes Paul II. in seiner Autobiographie. Es sind zwei etwas unterschiedliche Welten: In Guadalupe ist es die lateinamerikanische, in Czestochowa die slawische Welt, ist es Ost-Europa. Das wurde besonders deutlich während des Weltjugendtreffens 1991, als in Czestochowa erstmalig Jugendliche eintrafen, dieaus Ländern jenseits der polnischen Ostgrenzen kamen: Ukrainer, Letten, Weißrussen, Russen Alle Territorien Ost-Europas waren vertreten.
In der Liebe der Mexikaner zur Jungfrau von Guadalupe gebe es viele Analogien zur polnischen Marien- Verehrung, die auch meine Spiritualität prägte, betont Johannes Paul II.
Ay Morena, Morenita mia
Noch heute habe er die Worte des bekannten Volksliedes im Ohr, das von der Liebe eines jungen Mannes zu einem Mädchen spricht die Mexikaner beziehen dieses Lied auf die Madonna: Conocí a una linda Morenita / y la quise mucho. / Por las tardes iba yo enamorado / y cariñoso a verla. / Al contemplar sus ojos, mi pasión crecía. / Ay Morena, Morenita mía, no te olvidaré. / Hay un Amor muy grande que / existe entre los dos, / Entre los dos
Man konnte die Verehrung dieser unzähligen Menschen sozusagen mit Händen greifen, erinnert sich der Papst. Als wir endlich den Ort erreichten, wo wir übernachten sollten, sangen die Leute unentwegt weiter, und dabei war es schon Mitternacht.So sah Stanislaw (Stanislaus Dziwisz) sich schließlich genötigt, hinauszugehen und sie zumSchweigen zu bringen, indem er ihnen erklärte, der Papst müsse jetzt schlafen. Daraufhin beruhigten sie sich.
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