Christus - Alpha und Omega. Die Eucharistie: die Straße zum Himmel

25. August 2022 in Aktuelles


Franziskus: Jesus bleibt immer der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega. Aber offen, auf dem Weg, immer. Nicht geschlossen. Keine Fotokopien, sondern Originale. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am 5. August empfing Papst Franziskus die jugendlichen Teilnehmer am „Alpha Camp“.  Dieses fand in Macchia d’Isernia in der süditalienischen Region Molise statt. Für einen Tag hatten die Jugendlichen die Hügel von Molise verlassen, um nach Rom zu kommen und den Papst zu treffen.

In seiner Ansprache an die jungen Leute aus Italien und anderen europäischen Ländern erklärte der Papst, dass sie so in einem Kontext geboren worden seien, der als „säkularisiert“ definiert werde, das heißt in dem die Kultur nicht von der Dimension des Heiligen, sondern von den Realitäten der Welt beherrscht werde. Doch „im menschlichen Herzen wird der Durst nach dem Unendlichen nie gestillt, auch in euch, die ihr mit der Informationstechnologie aufgewachsen sind, tauchen die großen Fragen aller Zeiten auf: woher kommen wir? Was ist der Ursprung von allem? Was ist der Sinn meiner Existenz? Und warum gibt es so viel Leid? Warum trifft es auch die Kleinen und Wehrlosen?“.

Gott liebe die Fragen. In gewisser Weise liebe er die Fragen mehr als die Antworten. Denn: „da die Antworten geschlossen, die Fragen offen sind. Ein Mensch, der nur von Antworten lebt, ist ein Mensch, der es gewohnt ist, zu schließen, zu schließen, zu schließen. Ein Mensch, der von Fragen lebt, ist es gewohnt, sich zu öffnen, zu öffnen, zu öffnen. Und Gott liebt Fragen“.

Jesus habe sich  eines Tages am Ufer des Jordans an die ersten beiden, die ihm folgten, mit den Worten gewandz: „Was sucht ihr? (Joh 1,38): eine Frage. Bevor wir Antworten gäben, lehre uns Jesus, uns eine wesentliche Frage zu stellen: „was suche ich?“.

Franziskus erinnerte an seine eben beendete Apostolische Reise nach Kanada. Die Ureinwohner des Landes seien Hüter der überlieferten Werte und Traditionen, sie lebten aber in einem sehr modernen, sehr säkularisierten Land: „wenn ich euch jetzt anschaue, denke ich an die Jugend dieser indigenen Völker. So anders als ihr und doch so ähnlich, ich würde sogar sagen: so gleich. Gleich im Sinne des Menschseins, im Sinne dessen, was unser Menschsein ausmacht, das heißt unsere Beziehung zu Gott, zu den anderen, zur Schöpfung und zu uns selbst in Freiheit, in Unentgeltlichkeit, in der Selbsthingabe“. Der Mensch sei von  „Unvollständigkeit“ geprägt, von einem Verlangen nach Fülle, Fülle des Lebens, der Freude, des Sinns. Hier sei Jesus Christus die Fülle: „wir sind alle unvollendet, wir sind auf der Straße, auf dem Weg. Und dieses Bewusstsein müssen wir haben“.

Der Papst zitierte seinen langen Brief an die jungen Menschen der Welt, der mit den Worten beginnt: „Christus lebt. Er ist unsere Hoffnung, und er ist die schönste Jugend dieser Welt. Alles, was er berührt, verjüngt sich, wird neu, füllt sich mit Leben. […] Er lebt und er will, dass du lebendig bist! Er ist in dir, er ist bei dir und verlässt dich nie. So sehr du dich auch entfernen magst, der Auferstandene ist an deiner Seite; er ruft dich und wartet auf dich, um neu zu beginnen.

Wenn du dich aus Traurigkeit oder Groll, Furcht, Zweifel oder Versagen alt fühlst, wird er da sein, um dir Kraft und Hoffnung zurückzugeben“ (Apostolisches Schreiben Christus vivit, 1-2).

Das habe für Andreas und Johannes, für Simon und Jakobus gegolten, die Jünger und Apostel Jesu geworden seien. Und „das gilt auch für mich, der ich eines Tages, als ich siebzehn war, den Ruf vernahm. Und das gilt für euch, für jeden einzelnen von uns, für euch, die Jungen und Mädchen des Internetzeitalters. Jesus bleibt immer der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega. Aber offen, auf dem Weg, immer. Nicht geschlossen“.

„Alpha“ sei ein Synonym für Geburt, für den Anfang, für den Anbruch des Lebens. Christus sei „Alpha“, also der Anfang, und er ist auch „Omega“, also das Ende, die Erfüllung, die Fülle. So könne dieser Mikrokosmos, der der Mensch sei, mit Christus aus dem Abgrund des Todes und des Negativen gerettet werden und in die Anziehungskraft Gottes, des Gottes des Lebens, des Gottes der Liebe eintreten. Vereint mit Jesus werde jeder von uns zu einem Samen, der dazu bestimmt sei, zu keimen, zu wachsen und Früchte zu tragen.

Franziskus mahnte, Christus zu folgen: „sagt nein zum Egoismus, sagt nein zur Selbstbezogenheit, sagt nein dazu, mehr zu scheinen als wir sind. Nein. Zu wissen, wie man bei jeder Verschlossenheit Nein sagen kann. Man selbst sein und sich nicht aufplustern, sich nicht einmal herabsetzen, sich als das erkennen, was man ist, das ist wahre Demut. Angesichts des Bösen in uns und um uns herum nicht weglaufen, nicht der Realität ausweichen, sich nicht verschließen, sondern jeder seinen Teil der Verantwortung übernehmen und es mit Liebe und Freude tragen. Nicht allein, nein, das ist nicht möglich: immer mit Jesus, er vorne und wir hinter ihm“.

Das schenke uns Frieden und Sicherheit: „wir sind bei ihm, der uns kennt und uns mehr liebt als wir uns selbst, und der für jeden von uns eine ursprüngliche Fülle will, eine Fülle, die jedem einzelnen eigen ist. Gott will keine Fotokopien, sondern nur Originale“.

Dies habe der selige Carlo Acutis betont, ein italienischer Junge, geboren in England und aufgewachsen in Mailand, ein Kind dieser Zeit, ein Computerenthusiast, vor allem aber verliebt in Jesus, verliebt in die Eucharistie, die er „die Straße zum Himmel“ genannt habee.

Der selige Carlo habe den Anlauf am Tag seiner Erstkommunion genommen, als er Jesus in seinem Leib und Blut begegnetsei: „ja, denn Jesus ist nicht eine Idee oder eine moralische Regel, nein, Jesus ist eine Person, ein Freund, ein Weggefährte“.

Foto: (c) Vatican Media

 


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