
12. Juli 2004 in Schweiz
Ein Bericht von Reto Beeler über "Radio Gloria": "Schade, dass Sie nicht mehr senden! Kann man da nichts machen?"
Zürich (kath.net/rb)
Im Juni sendete Radio Gloria aus dem Kapuzinerinnenkloster St.Anna auf dem Gerlisberg in Luzern. Ein kleines, initiatives Team schaffte es, trotz einer kurzen Vorbereitungszeit, einen Monat lang rund um die Uhr ein eigenständiges Programm zu senden. Höhepunkte waren die Berichte vom katholischen Jugendtreffen und vom Papstbesuch; aber daneben wurden diverse Sendungen zu Glaubensthemen angeboten, welche teilweise auf den Wunsch von Zuhörern wiederholt wurden.
Die tägliche Grusssendung half, eine gute Hörerbeziehung aufzubauen. Einzelne Zuhörer besuchten sogar das Studio. In den vielen Telefonkontakten ergab sich ein durchwegs positives Echo, obwohl man den Sendungen manchmal anmerkte, dass Amateure am Mikrofon waren. Überraschenderweise wurden Sendungen mit geistlichem Inhalt sogar von eher kirchenfernen Zuhörern geschätzt. Auch Nichtkatholiken schrieben, die Sendungen hätten sie in ihrem Glaubensleben inspiriert und ermutigt und Gesprächsstoff geliefert für interessante Diskussionen mit ihren Bekannten. Sehr gut kamen Sendungen an, die sich vom üblichen Radioangebot absetzten. Familien bedankten sich für die Kinder- und Lebenshilfesendungen. Bewegend waren die Rückmeldungen von zahlreichen Betagten, Kranken und Behinderten, die sich von den Medien sonst oft verlassen fühlen. Der volkstümliche musikalische Schwerpunkt war einerseits ein Wagnis, andrerseits verhalf er dem Sender zu sich zu profilieren.
Durch zwei UKW-Sender und die Einspeisung in diverse Kabelnetze konnte Radio Gloria einen grossen Teil der Zentralschweiz abdecken. Sogar im Aargau und in der Region Solothurn war ein guter Empfang möglich. Das Sendestudio im Kloster erwies sich als Glücksfall. Das Radioteam wurde von den Schwestern durchs Gebet unterstützt und Sr. M. Priska, die seit 25 Jahren schriftstellerisch tätig ist, erklärte sich spontan bereit, Gedanken zum Tag beizusteuern: schlichte, vom Glauben getragene, Geschichten. Am letzten Tag verabschiedeten die Schwestern das Radioteam mit einem gesungenen Franziskussegen.
"Schade, dass Sie nicht mehr senden! Kann man da nichts machen?" - Diesen Satz hörten wir am letzten Sendetag von Radio Gloria immer wieder. In allen Nachbarländern der Schweiz gibt es katholische Radiosender. Der Versuchsbetrieb im Monat Juni hat gezeigt, dass das Bedürfnis dafür auch bei uns vorhanden ist. Allerdings braucht es für einen dauerhaften, professionellen Betrieb eine breitere personelle und finanzielle Abstützung. Der Verein Radio Gloria bleibt weiterhin bestehen. "Für die Zukunft sind wir offen für Gottes Wirken", meint der Initiator Peter Galliker.
Radio Gloria bietet Aufnahmen diverser Sendungen an. Eine Liste ist erhältlich bei "Verein Radio Gloria, CH-6300 Zug" oder übers Internet www.radiogloria.ch/shop.htm.
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