Medjugorje-Jugendfestival endet mit Aufruf zum "Leben mit Gott"

30. Juli 2023 in Aktuelles


Kroatischer Fußball-Teamchef und Ortsbischof von Mostar unter den Vortragenden der viertägigen Jugendbegegnung


Medjugorje (kath.net/KAP) Mit einer Bergmesse ist in Medjugorje am frühen Sonntagmorgen das 34. Internationale Jugendfestival zu Ende gegangen. Der für das Marienheiligtum zuständige Priester P. Zvonimir Pavicic rief die Tausenden auf dem Krizevac-Berg südlich der Pfarre versammelten Jugendlichen zur Entscheidung auf, "mit Gott zu leben". Die aus 71 Ländern stammenden jungen Teilnehmenden des auch als "Mladifest" bekannten Treffens hatten in den vier Tagen davor ein dichtes Programm mit Gottesdiensten, Katechesen, Vorträgen und Zeugnissen absolviert.

Am Samstagabend hatte der Bischof von Mostar-Duvanje, Petar Palic, bei einem großen Abendgottesdienst beim Außenaltar der Kirche dargelegt, ein Leben nach den Prioritäten Gottes sei eine "Entscheidung nicht nur für das Gute, sondern für das Beste". Beim Streben danach wüssten sich Christen nicht allein, sondern auf spirituelle Weise miteinander als Geschwister verbunden. Die Kirche sei eine "große Familie, die alle Grenzen überschreitet", was das Jugendfestival in Medjugorje deutlich zum Ausdruck bringe. Die Jugendlichen sollten das dort Erfahrene nach ihrer Heimreise mit anderen teilen.

Einer der beeindruckendsten Vorträge der diesjährigen Festivals war jener des Trainers der kroatischen Fußball-Nationalmannschaft, Zlatko Dalic. Er ermutigte die Jugendlichen, ihr eigenes Lebensziel zu suchen, am Weg dorthin nie aufzugeben, bei allen Hindernissen auf Gott zu vertrauen und den Glauben auch zu bezeugen. Er selbst verdanke alles Erreichte "dem lieben Gott und meiner Familie", so der Coach des Vizeweltmeisters von 2018, der laut eigenen Angaben in der Nähe eines Franziskanerklosters aufgewuchs und den Glauben von seiner Mutter "eingepflanzt" bekam.

In weiteren Zeugnissen sensibilisierte eine Ordensfrau die Jugendlichen für das Problem einer Abflachung von Emotionen durch Soziale Medien und sprach von einer "nicht flüchtigen" Freude, die Gott schenke und in Medjugorje für viele erfahrbar sei. Ein kroatischer Offizier, der nach einer Explosion nach langem Koma beide Arme und ein Bein verlor und blind und schwerhörig ist, verglich sein Leben mit der biblischen Hiob-Erzählung. Ein kroatisch-spanisches Ehepaar berichtete darüber, wie eine ernste Ehekrise durch gemeinsames Gebet überwunden wurde. Bischof Jan Sobilo aus Saporischschja-Charkiw rief in einer Grußbotschaft dazu auf, Rosenkränze für die Ukraine zu spenden.

Jährliches Jugendtreffen seit 1989

Medjugorje ist einer der größten katholischen Wallfahrtsorte weltweit und ist bekannt durch die seit 1981 andauernden Berichte von Marienerscheinungen, die vom Vatikan bislang nicht offiziell anerkannt, jedoch mehrmals untersucht wurden. Papst Franziskus äußerte sich zur Frage deren Echtheit bislang nicht, entsandte jedoch seit 2017 einen Bischof als vor Ort lebenden Beauftragten bzw. Apostolischen Visitator zur Begleitung der Pilger und erlaubte 2019 erstmals auch von Bischöfen geleitete Pilgerfahrten nach Medjugorje.

Das Mladifest findet seit 1989 jährlich in den ersten Augusttagen statt, wurde heuer jedoch aufgrund des nächstwöchigen Weltjugendtags in Lissabon um eine Woche vorverlegt. Unter den erneut mehr als 30.000 Teilnehmenden der diesjährigen 34. Ausgabe des Treffens waren erneut über 1.000 Jugendliche aus Österreich gekommen. Die Videos aller Beiträge sind in deutschsprachiger Übersetzung unter www.youtube.com/channel/UCa3VFEANqN5GbSqV28HpfYw abrufbar.

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