Papst in Lourdes 'als Geste der Solidarität mit der Welt, die leidet'

13. August 2004 in Aktuelles


Johannes Paul II. suche weniger eine "äußere Heilung, sondern vielmehr mütterlichen Trost und eine innere Stärkung", erklärte Kardinal Joseph Ratzinger in einem Interview.


Vatikan (www.kath.net) Der Papst werde seinen Lourdes-Besuch als leidender Pilger antreten. Das betonte Kardinal Joseph Ratzinger in einem Interview mit dem "Figaro Magazine". "Mein persönlicher Eindruck ist, dass er, als Leidender und Kranker, mit den Kranken bei der Jungfrau Maria sein will", sagte Ratzinger.

Johannes Paul II. tritt morgen, 14. August, seine 104. Auslandsreise an. Es ist sein siebenter Frankreich-Besuch. Der Papst wird in einem einfachen Zimmer in einem Pilgerhospiz wohnen und unter anderem als Symbol seiner Verehrung den Marienwallfahrtsort mit der "Goldenen Rose" auszeichnen.

Johannes Paul II. werde in Lourdes beten, "als Geste der Solidarität mit der Welt, die leidet", sagte Kardinal Ratzinger in dem Interview. Der Papst suche weniger eine "äußere Heilung, sondern vielmehr mütterlichen Trost und eine innere Stärkung. Diese Kraft hilft, das Leiden, das eine Negation der Lebenskräfte ist, zu verwandeln in Liebe und in ein Geschenk seiner selbst."

Ratzinger machte auch auf das Wasser als Symbol der "Reinigung, der Heilung, der Reinheit der Schöpfung" aufmerksam.Leiden rufe stets ein "Nein" und einen Widerstand hervor, erklärte der Kardinal. Man frage: "Wo ist die Güte Gottes in der Krankheit? Es ist nicht möglich, den Sinn des Leidens sofort zu begreifen."

Mit seinem zerstörenden Charakter stelle es eine Minderung unseres Lebens dar. Als Pilger könne man sein Leiden mit jenem des Herrn vereinen, er, der sein Leiden "in Liebe verwandelt hat".

"Der Glaube ist keine rein private oder subjektive Angelegenheit", wies Ratzinger auf die Bedeutung des Papst-Besuches für Frankreich hin. "Er ist eine starke spirituelle Kraft, die das öffentliche Leben berühren und erleuchen muss."


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