
15. August 2004 in Aktuelles
"Seid freie Frauen und Männer", sagte der Papst am Sonntag bei der Heiligen Messe in Lourdes, zu der sich über 300.000 Pilger versammelt hatten.
Lourdes (www.kath.net) "Que soy era Immaculada Councepciou" ("Ich bin die Unbefleckte Empfängnis") Mit dieser zentralen Botschaft von Lourdes begann Papst Johannes Paul II. seine Predigt bei der Heiligen Messe am Sonntagvormittag im französischen Marienwallfahrtsort Lourdes, zu der sich über 300.000 Pilger aus aller Welt versammelt hatten. Die Pilger hatten dem Heiligen Vater bereits bei der Ankunft eine richtigen 'Jubelsturm' entgegengebracht, der auch wahrend der Predigt immer wieder aufflammte.
"Die Unbefleckte Empfängnis ist das Zeichen der gnadenreichen Liebe des Vaters, der perfekte Ausdruck der Erlösung, die durch den Sohn vollzogen wurde und der Anfang eines Lebens, das komplett für den Empfang des Heiligen Geistes offenist", sagte der Papst, der die Predigt mit heiserer und müder Stimme verlas und immer wieder kurze Pausen einlegte. Die Gläubigen ermutigten ihn mit Beifallsstürmen zum Weitersprechen.
Die Gefühle Mariens seien im "Magnificat" auf wunderbare Weise ausgedrückt. Ihre Worte zeigen die vollHoffnung erfüllten Erwartungen der 'Armen des Herrn'" Johannes Paul II. erinnertedaran, dass auf das Magnificat die Stille folgte. "Nichts ist uns über diedrei Monate, die Maria bei Elisabeth verweilte, gesagt. Aber vielleichtwerden wir dadurch mit dem Wichtigsten vertraut gemacht - dass Gott in derStille wirkt."
"Das Böse und der Tod werden nicht das letzte Wort haben. Maria bestätigtedies durch ihr ganzes Leben. Sie ist eine lebendige Zeugin des SiegesChristi", setzte Johannes Paul II. seine Predigt fort. Er wies auf den engen Zusammenhang der beiden Dogmen von der Unbefleckten Empfängnis und der Aufnahme Mariens in denHimmel hin. "Beide verkünden dieHerrlichkeit von Christus, dem Erlöser, und der Heiligkeit Mariens."
Am Schluss der Predigt richtete Johannes Paul II. einen "besonderen Aufruf" an die Frauen. Maria sei in der Grotte einer Frau erschienen, fast so, als ob sie die besondere Sendung der Frau unterstreichen wollte. Aufgabe der Frauen sei es, in der Gesellschaft Zeugnis für die "echten Werte" zu geben und "Wächterinnen für das Unsichtbare" zu sein.
Der Papst mahnte auch den Schutz des Lebens ein. "Setzt euch dafür ein, dass das Leben, jedes Leben, respektiert und geachtet wird!", rief er. Er appellierte daran, "alles in eurer Macht zu tun, dass jedes Leben vom Anfang bis zum natürlichen Ende geschützt wird. Das Leben ist ein heiliges Geschenk und niemandem steht es zu, sich zum Meister des Lebens zu machen."
Die Jungfrau von Lourdes habe eine Botschaft für alle, nämlich: "Seid freie Frauen und Männer!" Gleichzeitig müsse bedacht werden, dass die menschliche Freiheit eine Freiheit sei, "die von der Sünde gekennzeichnet" sei. "Auch sie selbst muss befreit werden. Christus ist der Befreier." Die Jugendlichen wies er darauf hin, dass Christus die einzige Antwort ist, "die es wert ist", in ihr sei das "Geheimnis der wahren Freude und des Friedens" zu finden.
Foto: KATH.NET
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