Papst besucht die Blaue Moschee in Istanbul - Gebetet hat er dort aber nicht

29. November 2025 in Weltkirche


Wie üblich, zog der Papst vor dem Betreten der Moschee seine Schuhe aus und absolvierte den Besuch in weißen Socken.


Istanbul (kath.net/KAP) Papst Leo XIV. hat am dritten Tag seiner Türkei-Reise die Blaue Moschee in Istanbul besucht. Begleitet wurde der ganz in weiß gekleidete Papst von zwei sunnitischen Geistlichen, die ebenfalls in weißen Gewändern auftraten. Wie es üblich ist, zog der Papst vor dem Betreten der Moschee seine Schuhe aus und absolvierte den Besuch in weißen Socken. Neben den beiden Geistlichen erläuterte der Muezzin der Moschee auf Englisch die baulichen Details der im frühen 17. Jahrhundert erbauten Moschee.   

Zuletzt hatten die Päpste Benedikt XVI. im Jahr 2006 und Franziskus im Jahr 2014 die Moschee besucht. Anders als seine beiden Vorgänger nutzte Leo XIV, den Besuch nicht zu einem stillen Gebet. Die zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Sultan Ahmet (1590-1617) erbaute Moschee ist eine der bekanntesten der Türkei und hat sechs statt der üblichen vier Minarette.

Die nahe gelegene ehemaligen Kirche Hagia Sophia besuchte der Papst nicht. Seine Vorgänger Benedikt XVI. und Franziskus hatten die Hagia Sophia besucht, als sie noch ein Museum war. Die im 6. Jahrhundert erbaute Hagia Sophia war einst die wichtigste Kirche der östlichen Christenheit, im 15. Jahrhundert wurde sie zur Moschee. Von 1934 bis 2020 war sie ein Museum, seither ist sie wieder Moschee.

Nach der Blauen Moschee besuchte Leo XIV. die vor wenigen Jahren neu errichtete Mor-Ephrem-Kirche der syrisch-orthodoxen Christen in Istanbul. Sie ist die erste christliche Kirche, die seit Gründung der Türkischen Republik (1923) mit behördlicher Genehmigung gebaut wurde. Dort traf der Papst mit Vertretern mehrerer christlicher Kirchen und Konfessionen zusammen.

Später begibt sich der Papst zum Sitz des orthodoxen Ehrenoberhaupts, Patriarch Bartholomaios I. Nach einem Gebetstreffen in dessen Hauptkirche ist die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zur Einheit der Christen geplant.

 

 

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Fotos aus diesem Besuch (c) Vatican Media


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