
9. Jänner 2026 in Kommentar
„Gut wäre es wenn jeder Kardinal mit einer gut reflektierten Stellungnahme zu einem bestimmten Thema ankommt und diese im Plenum vorträgt, um dann…“ Statement nach dem Abschluss des außerordentlichen Konsistoriums. Von Gerhard Kardinal Müller
Vatikan (kath.net) Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass das Kardinalskollegium wieder seine ursprüngliche Rolle einnimmt, als Repräsentanz der römischen Kirche, das engste Gremium der Beratung des Papstes zu sein in seiner universalkirchlichen Sendung. Als Methode wurde die mehr gruppendynamische Durchführung der letzten Synode, die nicht mehr eine Synode der Bischöfe war, benutzt. Gut wäre es wenn jeder Kardinal mit einer gut reflektierten Stellungnahme zu einem bestimmten Thema ankommt und diese im Plenum vorträgt, um dann in kleineren Gruppen eine Konklusion zu formulieren, die dann mit anderen wiederum in der Abschlusssitzung diskutiert wird im Beisein des Heiligen Vaters.
Es war eine sehr brüderliche Atmosphäre und die meisten waren von der Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt. Die Einheit der Kirche wird nicht mit politischen Manövern hergestellt, sondern durch das Bekenntnis des Petrus zu Christus dem Sohn des lebendigen Gottes. Von daher ist auch die Kirche, der Leib Christi, keine NGO, sondern Zeichen und Werkzeug der innigsten Vereinigung der Menschen mit Gott und der Einheit des Menschengeschlechtes ( Lumen gentium 1). Nur so gibt es einen Ausweg aus der selbstverschuldeten Krise der Menschheit und auch des von menschlichem Übermut und Unverstand bewirkten Durcheinanders in der Kirche, die in Christus Sakrament des Heils der Welt ist und im konkreten Leben immer mehr werden soll.
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