Rumänisch-orthodoxe Kirche lehnt Legalisierung von Prostitution ab

18. Jänner 2026 in Aktuelles


Patriarchat sieht bei Getzesinitiative Widerspruch zur orthodoxen christlichen Lehre und zum Respekt vor der Menschenwürde.


Bukarest (kath.net/ KAP) 
Die Rumänisch-orthodoxe Kirche hat ihren Widerstand gegen einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Prostitution bekräftigt. In einer auf der Website des Patriarchats (basilica.ro) veröffentlichten Stellungnahme hieß es, ein solcher Schritt stehe "fundamental im Widerspruch zur orthodoxen christlichen Lehre und zum Respekt vor der Menschenwürde".
Prostitution werde als "schwerwiegende Form der Ausbeutung und Kommerzialisierung des menschlichen Körpers zum Zwecke des finanziellen Gewinns" bezeichnet, mit "tiefgreifenden negativen Folgen sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes". Die Kirchenführung betont, dass eine Legalisierung die sozialen Probleme der Prostitution nicht löse, sondern verschärfe: "Die Legalisierung dieser Praxis trägt nicht zur Heilung der schmerzhaften sozialen Realitäten im Zusammenhang mit Prostitution bei; im Gegenteil, sie fördert deren Ausbreitung und trägt zur Missachtung der Menschenwürde und zum moralischen Verfall der Gesellschaft bei."

Zudem erinnert das Patriarchat an Rumäniens Verpflichtungen als Unterzeichnerstaat des UN-Übereinkommens zur Bekämpfung des Menschenhandels, das ausdrücklich festhalte, dass Prostitution "mit der Würde und dem Wert der menschlichen Person unvereinbar ist und das Wohlergehen des Einzelnen, der Familie und der Gemeinschaft gefährdet". Die Legalisierung werde weder Menschenhandel noch sexuelle Ausbeutung eindämmen. Stattdessen entstehe ein Rechtsrahmen, der Praktiken begünstige, "die mit der menschlichen Freiheit und Würde unvereinbar sind".
Wie die "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" (ADZ) berichtet, hat der liberale Abgeordnete Ion Iordache einen Gesetzentwurf zur Legalisierung der Prostitution eingebracht. Ziel sei der Schutz der öffentlichen Gesundheit, die Bekämpfung des Menschenhandels und die Verlagerung der Tätigkeit aus dem illegalen Bereich. Laut Iordache existiere das Gewerbe faktisch, jedoch ohne Gesundheitskontrollen, Rechtsschutz und unter Einfluss krimineller Netzwerke. Bereits 2010 sei ein ähnlicher Versuch am Widerstand der Orthodoxen Kirche gescheitert.

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