
10. Februar 2026 in Spirituelles
Wer glaubt, Gott ignorieren zu können und im Himmel dieselben Götzen verehren zu können wie auf Erden, der irrt, meint der Priester Bill Peckman.
Wien (kath.net / pk) Fußballmatches, Trainings und ausgedehnte Brunches: Die Sonntage sind fest in den Händen von allen möglichen Interessen. Das schreibt der Priester Bill Peckman in einem Beitrag auf Facebook. „Ich erinnere mich, dass als ich Kind war, sonntags nur Kirchen und Krankenhäuser geöffnet hatten. Die einzigen Menschen, die arbeiten mussten, waren Rettungskräfte, Ärzte, Polizisten und Geistliche/Priester. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es organisierte Sportligen oder Trainingseinheiten gab, die auf Sonntage gelegt waren.“
Er stellt die Frage, wann der Sonntag „vom Tag des Herrn zu einer Stunde für den Herrn“ wurde. Dieser Trend signalisiere nämlich: Es gibt etwas Interessanteres oder Wichtigeres in meinem Leben als Gott. Die überwiegende Mehrheit der Menschen in den USA und Europa denkt so, und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Katholiken dort.
„Ich vermute, dass mit dem Rückgang der Bedeutung der Kirche und Gottes in unserer Kultur auch das Konzept eines Ruhetages an Bedeutung verloren hat“, ist Peckman überzeugt. Viele Geschäfte sind offen, der Sport hat den Sonntagmorgen besetzt. „Der Sonntag ist genauso geschäftig wie der Rest der Woche.“
Der Autor findet diese Entwicklung sehr bedenklich, weil wir Menschen offensichtlich aus der Geschichte nichts gelernt haben, so die die Israeliten in der Wüste. „Wir lernen nichts aus der Geschichte, nämlich dass wir Gott nur auf eigene Gefahr von uns wegstoßen. Gott wird unsere Entscheidung, ihn von uns zu stoßen, respektieren. Er ist niemandes Laufbursche. Er liebt uns, aber er ist kein Dummkopf.“
Es sei menschliche Dreistigkeit, uns über Gott zu stellen und ihm vorzuschreiben, dass er „besser die Tore des Himmels für uns öffnen sollte, die wir unser Leben lang ihn ignoriert haben“. Unsere menschlichen Vorstellungen vom allmächtigen Gott und seinem Reich seien komplett irregeleitet, wenn wir glauben, dass Gott ein „Dummkopf“ ist und „ich im Himmel dieselben Götter anbeten kann wie auf Erden“.
Der Verlust des Tags des Herrn sei vielleicht „nur ein weiteres Zeichen dafür, dass wir in unseren Köpfen von Dienern des Herrn zu Gottes Chefs geworden sind. Der Tag des Herrn ist nur noch ein weiteres Opfer auf unserem immer breiter werdenden Weg in die Hölle.“
Das Konzept der Freiheit, die Gott uns schenkt, umfasst, dass wir mit den Konsequenzen unserer Entscheidungen leben müssen. „Wenn ein Leben für Christus auf einen Tag für Christus reduziert wurde, auf eine Stunde für Christus – kein Wunder, dass selbst diese Stunde für die meisten zu belastend erscheint“, meint der Autor und schließt mit dem Appell: „Kehren Sie um, bevor es zu spät ist.“
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