Spanische Bischofskonferenz beleuchtet Verhältnis von Verstand und Emotion im persönlichen Glauben

11. März 2026 in Weltkirche


Dokument „Cor ad Cor loquitur“: Angesichts eines „Wiedererwachens des Glaubens“ betonen die Bischöfe, dass der Glaube keine rein intellektuelle Zustimmung ist, sondern die Antwort des „ganzen Menschen“ (affektiv, intellektuell und gewollt) auf Gott.


Madrid (kath.net/pl) Glaube im christlichen Sinn ist die Hingabe der ganzen Person. Darauf macht die Spanische Katholische Bischofskonferenz in ihrem neuen Dokument mit dem Titel „Cor ad cor loquitur“ (Das Herz spricht zum Herzen) aufmerksam. Der Titel bezieht sich auf den Wahlspruch, den sich der hl. Kirchenlehrer John Henry Newman anlässlich seiner Erhebung zum Kardinal gewählt hatte. Das Schreiben befasst sich mit dem Verhältnis von Emotionen und Lehre im christlichen Glauben. Angesichts eines „Wiedererwachens des Glaubens“, besonders unter der spanischen Generation Z, betonen die Bischöfe, dass der Glaube nicht nur rein intellektuelle Zustimmung sei, sondern die Antwort des „ganzen Menschen“ (affektiv, intellektuell und gewollt) auf Gott.

Dabei ist ein zentraler Aspekt des Schreibens ist die kritische Auseinandersetzung mit der postmodernen Kultur. Während früher „Ich denke, also bin ich“ galt, herrscht heute das Motto „Ich fühle, also bin ich“. Die Bischöfe warnen jedoch vor einer Reduktion des Glaubens auf reine Gefühlserlebnisse und benennen folgende Punkte:

Trotz dieser Warnungen ist das Dokument keine Absage an Gefühle. Im Gegenteil, die Bischöfe vertreten eine „Heilung“ der Gefühle durch Christus:

Es geht, so das Schreiben der Bischöfe, dabei um ganzheitliche Bildung und um die „Nacht des Geistes“. Die Bischofskonferenz fordert eine solide Ausbildung, die über das bloße Wohlbefinden hinausgeht:

Ein weiterer wichtiger Gedanke des Dokuments ist die Absage an einen rein privaten Individualismus:

Die spanischen Bischöfe betonten außerdem die Wichtigkeit des „Sehenden Herzens“. Echter Glaube bleibt nicht im Gefühl stecken, sondern muss sich in konkretem Engagement zeigen:

Das Dokument ist ein Aufruf zur Balance. Es würdigt die neue Leidenschaft junger Bewegungen, fordert aber gleichzeitig eine tiefe Verwurzelung in der Lehre und im Dienst am Nächsten, um eine oberflächliche „Event-Religiosität“ zu vermeiden.

 


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