
2. April 2026 in Österreich
Die Religionsabteilung des österreichischen Staatsfunks ORF verkauft den Lesern als Osterlektüre ein Sammelband über islamische Gesellschaftstheorie
Wien (kath.net) Während sich gläubige Christen auf das höchste Fest des Kirchenjahres vorbereiten, sorgt die Redaktion von "religion.ORF.at" für massives Unverständnis. In einer Liste mit dem Titel „Bücher für das Osternest“ findet sich neben klassischer religiöser Literatur ausgerechnet ein Sammelband über islamische Gesellschaftstheorie. Kritiker werfen dem öffentlich-rechtlichen Sender, der derzeit in Österreich wegen verschiedener Vorfälle massiv in der Kritik steht, „Instinktlosigkeit“ und eine „politisch korrekte Unterwanderung“ des Osterfestes vor.
Die Empfehlungsliste des Senders, der regelmäßig von österreichischen Kirchenvertretern völlig unkritisch gelobt wird, sollte eigentlich Inspiration für Geschenke und Lektüre zum Osterfest bieten. Doch zwischen Hasen, Eiern und theologischen Abhandlungen zur Auferstehung sticht ein Titel besonders hervor: der Sammelband „Muslimische Zukünfte“. Das empfohlene Werk befasst sich laut Klappentext mit „antimuslimischen Diskursen“ und fordert eine „Dekolonialisierung“ der westlichen Wahrnehmung.
In den sozialen Netzwerken, insbesondere auf der Plattform X (vormals Twitter), entlud sich eine Welle aus Spotts. Nutzer fragen, warum ein Fest, das den Kern des christlichen Glaubens feiert, vom ORF dazu genutzt wird, identitätspolitische Literatur zu bewerben. Viele Kommentatoren empfinden es als Affront, dass in einer Zeit, in der Christen weltweit (und besonders im Nahen Osten) verfolgt werden, der Fokus am Karfreitag und Ostersonntag auf die „muslimische Zukunft“ gelenkt wird.
„Muss es zu Ostern genau dieser Titel sein?“, fragt auch das Portal Exxpress und verweist darauf, dass die religiöse Redaktion des ORF hier eine Grenze zwischen Information und ideologischer Erziehung überschritten habe. Es sei bezeichnend, dass man sich kaum vorstellen könne, dass der ORF zum Ende des Ramadan eine Liste mit „Büchern für das Zuckerfest“ veröffentlichte, die christliche Apologetik oder Kritik am Islamismus enthielte.
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