Gewissensfreiheit in Gefahr: Katholische Ordensschwestern verklagen den Staat New York

13. April 2026 in Weltkirche


Eine staatliche Richtlinie zwingt sie dazu, Transgender-Behandlungen in ihren Einrichtungen anzubieten – bei Zuwiderhandlung drohen hohe Geldstrafen oder sogar Gefängnis.Der Fall hat das Potenzial, bis vor den Obersten Gerichtshof der USA zu gehen


New York City (kath.net/gem/rn)

Ein brisanter Rechtsstreit erschüttert das Gesundheitswesen im US-Bundesstaat New York. Die „Dominican Sisters of Hawthorne“, eine Gemeinschaft katholischer Ordensfrauen, die sich seit über einem Jahrhundert der Pflege unheilbar kranker Krebspatienten widmet, ziehen vor Gericht. Der Grund: Eine neue staatliche Richtlinie zwingt sie dazu, Transgender-Behandlungen in ihren Einrichtungen anzubieten – bei Zuwiderhandlung drohen hohe Geldstrafen oder sogar Gefängnis.

Die Ordensschwestern betreiben das „Rosary Hill Home“, ein Hospiz, das ausschließlich Patienten in der Endphase ihres Lebens aufnimmt. Die Pflege dort ist für alle Patienten kostenlos; die Schwestern finanzieren sich rein aus Spenden. Doch das neue Gesetz des Staates New York zur Antidiskriminierung im Gesundheitswesen lässt keine Ausnahmen für religiöse Einrichtungen zu.

Die Richtlinie verlangt von Gesundheitsdienstleistern, Patienten unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht alle gewünschten Behandlungen zur Geschlechtsumwandlung zu ermöglichen. Dies umfasst die Verabreichung von Hormonen bis hin zu chirurgischen Eingriffen.

Für die Dominikanerinnen ist dies ein unüberwindbarer Gewissenskonflikt. In ihrer Klage betonen sie, dass ihre Mission darin besteht, „das Leben zu ehren und Schmerzen zu lindern“, während sie Behandlungen, die den Körper verstümmeln oder gegen das katholische Menschenbild verstoßen, nicht mit ihrem Glauben vereinbaren können.

Unterstützt werden die Schwestern von der juristischen Organisation „Becket Law“, die auf Religionsfreiheit spezialisiert ist. „Diese Schwestern tun etwas, das sonst kaum jemand tut: Sie pflegen Sterbende kostenlos und mit unendlicher Hingabe“, erklärte ein Sprecher von Becket. „Dass der Staat nun droht, sie ins Gefängnis zu stecken oder ihre Arbeit zu ruinieren, weil sie ihrem Glauben treu bleiben, ist ein massiver Übergriff auf die verfassungsmäßigen Rechte.“

Die Schwestern argumentieren, dass ihr Fokus auf der palliativen Pflege liegt – also der Begleitung in den Tod – und nicht auf elektiven medizinischen Eingriffen, die nichts mit der Krebsdiagnose ihrer Patienten zu tun haben.

Sollten die Schwestern sich weigern, die Vorschriften umzusetzen, sieht das Gesetz drakonische Strafen vor:

Geldstrafen in Millionenhöhe.

Entzug der Betriebserlaubnis, was das Ende des Hospizes bedeuten würde.

Gefängnisstrafen für die verantwortlichen Ordensmitglieder wegen Missachtung staatlicher Anordnungen.

Der Fall hat das Potenzial, bis vor den Obersten Gerichtshof der USA zu gehen. Es ist nicht das erste Mal, dass religiöse Institutionen in den USA gegen progressive Gesetze auf Bundesstaatsebene kämpfen. Kritiker der Regierung in New York werfen dem Bundesstaat vor, eine „radikale Ideologie“ über das Wohl von Patienten und die Religionsfreiheit zu stellen.

Die Ordensschwestern hoffen nun auf eine einstweilige Verfügung, die es ihnen erlaubt, ihren Dienst am Nächsten fortzusetzen, ohne gegen ihre tiefsten religiösen Überzeugungen verstoßen zu müssen.


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