
21. Mai 2026 in Weltkirche
Das Dokument schlage eine Neubewertung homosexueller Akte vor. Innerhalb der Kirche gebe es eine starke Lobby für dieses Vorhaben, warnt Donald Haggerty, ein Priester der St. Patrick’s Kathedrale in New York City.
Rom/New York (kath.net/LifeSiteNews/jg)
Donald Haggerty, ein Priester der St. Patrick’s Kathedrale in New York City, hat in einer Predigt scharfe Kritik am jüngsten Synodenbericht des Vatikans geübt. Das Dokument der Arbeitsgruppe 9 der Synode zur Synodalität schlage eine Neubewertung der katholischen Lehre zu Homosexualität vor. Haggerty bezeichnete es als „beunruhigend“ und „verblüffend“.
In seiner Homilie am 11. Mai, die sich auf das Evangelium des Tages (Joh 15,26–16,4a) bezog, erinnerte Haggerty die Gläubigen an die Warnung Jesu, dass seine Jünger aus den Synagogen ausgestoßen würden, weil sie nicht zur Welt gehören. Er zog eine Parallele zur aktuellen Situation in der Kirche: Wer sich dem Synoden-Dokument widersetze, riskiere, als „starr“, „regressiv“ oder „verknöchert“ abgestempelt zu werden – ähnlich wie die Apostel von der Synagoge verfolgt worden seien.
Der Priester zitierte aus dem Dokument, das Zeugnisse von Männern in gleichgeschlechtlichen „Ehen“ einbeziehe und eine „Umdenken“ hinsichtlich homosexueller Beziehungen vorschlage. „Es ist schon verblüffend, dass ein vatikanisches Dokument dieser Art veröffentlicht wird“, sagte Haggerty wörtlich. Das Dokument bezeichne die traditionelle kirchliche Lehre als „starr, regressiv, verknöchert“.
Weiter warnte er vor einer „Weltlichkeit der Zeit“, die nicht nur im Materialismus bestehe, sondern auch in einer „Kultur der Dunkelheit“, zu der er explizit die „homosexuelle Agenda“ zählte. Innerhalb der Kirche gebe es eine starke Lobby für diese Agenda, und der Synoden-Bericht sei ein Beispiel dafür. Die Gläubigen seien stattdessen aufgerufen, voll und ganz dem „Geist der Wahrheit“ zu folgen und in Liebe und Gehorsam gegenüber Christus zu leben.
Der Bericht der Arbeitsgruppe hatte zuvor bereits breite Kritik ausgelöst. Unter anderem erklärte Bischof Athanasius Schneider in einem Interview, das Dokument überschreite die Grenze von der Orthodoxie zur Häresie. Es fördere die Propaganda einer globalen sexuellen Ideologie und suche die moralische und lehramtliche Billigung homosexueller Handlungen, die der Schöpfungsordnung Gottes widersprächen. Schneider verglich die Argumentation mit der Täuschung der Schlange im Garten Eden.
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