Pastor in London wegen Straßenpredigt verhaftet: Vorwurf der „Hassrede“ nach Kritik am Islam

24. Mai 2026 in Chronik


Andrea Williams, Geschäftsführerin des Christian Legal Centre, bezeichnete die Festnahme als „zutiefst besorgniserregend“.


London (kath.net/jg)
Ein 66-jähriger Pastor aus Großbritannien ist festgenommen worden, weil er auf offener Straße das Evangelium gepredigt und dabei den Islam kritisiert haben soll. Der Fall sorgt für Debatten über die Grenzen der Meinungsfreiheit und die Gleichbehandlung religiöser Äußerungen im Vereinigten Königreich, berichtet Fox News.

Der aus Neuseeland stammende Steve Maile ist Gospel-Sänger und leitender Pastor der Oasis City Church in Watford, einer Stadt nördlich von London. Er predigt seit 45 Jahren weltweit und war am 18. April 2026 auf einer belebten Einkaufsstraße in Watford unterwegs, als er sang und die christliche Botschaft verkündete. Nach etwa zehn Minuten wurde er von Polizisten der Hertfordshire Constabulary festgenommen.

Laut Berichten des Christian Legal Centre, das Maile rechtlich unterstützt, sprach der Pastor über die Geschichte der Gewalt im Islam und rief Muslime auf, sich Jesus Christus zuzuwenden. Eine Beschwerde führte zur Intervention der Polizei. Im Video der Festnahme, das sich inzwischen schnell verbreitet hat, ist zu sehen, wie Maile mit Handschellen auf dem Rücken abgeführt wird. Zunächst wurde ihm vorgeworfen, einen Jugendlichen angegriffen zu haben – ein Vorwurf, der später fallen gelassen wurde. Er blieb jedoch wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen den Public Order Act (Abschnitt 5) in Untersuchung: rassistisch oder religiös motivierte Störung der öffentlichen Ordnung.

Maile berichtete gegenüber Fox News Digital von einem schockierenden Erlebnis. Er sei ohne Vorwarnung oder Belehrung über seine Rechte festgenommen, doppelt gefesselt und zwölf Stunden festgehalten worden. Sein Handy habe er nicht benutzen dürfen, und die engen Handschellen hätten ihm solche Schmerzen bereitet, dass er drei Wochen lang Handgelenkschienen tragen musste. Während der Festnahme habe er weiter gepredigt und die Beamten zur Umkehr aufgerufen. Eine Polizistin soll ironisch geantwortet haben: „Im Namen Jesu, steig ins Auto.“

Der Pastor wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf der Hassrede: „Es heißt ‚Anstiftung zu religiösem Hass‘ – das ist falsch. Das Kreuz Christi ist eine Botschaft der Hoffnung, Liebe, Barmherzigkeit und Versöhnung. Wie kann das Hass sein?“ Er betone die Exklusivität des Evangeliums, predige aber keine Gewalt oder Hass, sondern die Liebe Gottes. „Jeder muss den Weg des Kreuzes gehen. Niemand bekommt einen Freifahrtschein“, sagt er wörtlich.

Die britische Polizei bestätigte die Festnahme eines Mannes in den Sechzigern wegen Verdachts auf Körperverletzung und eines religiös verschärften öffentlichen Ordnungsdelikts. Maile wurde gegen Kaution freigelassen; die Ermittlungen zum Public-Order-Vorwurf laufen weiter. Im schlimmsten Fall drohen ihm bei einer Verurteilung hohe Geldstrafen oder sogar eine Haftstrafe.

Andrea Williams, Geschäftsführerin des Christian Legal Centre, bezeichnete die Festnahme als „zutiefst besorgniserregend“. Ein friedlicher christlicher Prediger sei wie ein Schwerverbrecher behandelt worden, nur weil er seine christlichen Überzeugungen und die Ansicht geäußert habe, der Islam sei eine falsche Religion. Der Fall werfe grundlegende Fragen auf, ob das britische Polizeiwesen nun das Christentum kriminalisiere, während es das Gesetz nicht gleichmäßig anwende.

Maile, der den Vorfall gelassen sieht, kündigte an, sich nicht einschüchtern zu lassen: „Sie haben den Falschen ausgesucht. Ich kapituliere nicht. Gott steht auf meiner Seite.“ Der Fall könnte sich über Monate oder bis zu einem Jahr hinziehen, bis er vor Gericht kommt.

 


© 2026 www.kath.net