
27. Mai 2026 in Aktuelles
Die Situation zwischen dem Heiligen Stuhl und der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) steuert auf eine historische Eskalation zu
Menzingen (kath.net/rn) Die Fronten verhärten sich: Die Situation zwischen dem Heiligen Stuhl und der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) steuert auf eine historische Eskalation zu. Am Montag hat die Piusbruderschaft die Namen der vier neuen Bischöfe, die gegen den Willen von Rom geweiht werden sollen, bekanntgegeben. Neben dem Schweizer Pascal Schreiber und Michael Goldade aus den USA sollen mit Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier auch zwei Franzosen geweiht werden. Die Weihen sollen am kommenden 1. Juli stattfinden. Da dieser Schritt ohne das erforderliche päpstliche Mandat geplant ist, droht der Weltkirche ein erneuter tiefer kirchenrechtlicher Bruch. Der Generalobere der FSSPX, Pater Davide Pagliarani, rechtfertigte den Schritt mit einer vermeintlichen „schwerwiegenden Notlage“ innerhalb der Kirche. Von den ursprünglich im Jahr 1988 durch Erzbischof Marcel Lefebvre geweihten vier Bischöfen sind heute nur noch zwei im Amt, weshalb die Bruderschaft die Kontinuität ihrer Sakramentenspende für die weltweit rund 600.000 Gläubigen gefährdet sieht.
Die Ankündigung stellt eine fundamentale Herausforderung für das Pontifikat von Papst Leo XIV. dar, der erst im vergangenen Jahr sein Amt angetreten hat. Der Vatikan reagierte umgehend und warnte inzwischen mehrfach die Führung der Bruderschaft in Menzingen eindringlich davor, die Weihen zu vollziehen. Sollten die Konsekrationen wie geplant ohne Erlaubnis Roms stattfinden, zieht dies laut dem geltenden Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici) die automatische Exkommunikation (Latae Sententiae) aller beteiligten Bischöfe nach sich – sowohl der Spender als auch der Empfänger der Weihe.
Bild: KI-generiert
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