Johannes Laichner neuer "Missio"-Nationaldirektor in Österreich

23. Juni 2026 in Österreich


Bisheriger Missio-Direktor der Diözese Innsbruck folgt auf Pater Karl Wallner, der seit 2016 an der Spitze der Päpstlichen Missionswerke in Österreich stand. Wallner geht zurück nach Heiligenkreuz


Wien/Innsbruck (kath.net/KAP/red) Johannes Laichner, Priester der Diözese Innsbruck, wird neuer "Missio"-Nationaldirektor. Das gab der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, am Dienstag gegenüber Kathpress bekannt. Demnach sei die Bestellung Laichners vom zuständigen vatikanischen "Dikasterium für die Evangelisierung" bestätigt worden. Laichner war bisher Innsbrucker Missio-Diözesandirektor. Er folgt auf den Zisterzienserpater Karl Wallner, der seit 2016 an der Spitze der Päpstlichen Missionswerke in Österreich stand. Die fünfjährige Amtszeit des neuen "Missio"-Nationaldirektors beginnt offiziell am 1. September. Johannes Laichner wurde 1982 in Tirol geboren, er maturierte am Stiftsgymnasium Stams und studierte anschließend an der Universität Innsbruck Katholische Fachtheologie sowie Klassische Archäologie.

Nach ersten pastoralen Erfahrungen in mehreren Tiroler Pfarren wurde er 2007 zum Diakon geweiht und absolvierte einen Studienaufenthalt am Collegio Teutonico in Rom. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn zu zwei Promotionen: 2008 in Katholischer Theologie mit Schwerpunkt Sakramententheologie und 2011 in Klassischer Archäologie mit Fokus auf frühchristliche Archäologie. Am 29. Juni 2008 wurde er im Innsbrucker Jakobsdom zum Priester geweiht. Im Oktober 2019 wurde Johannes Laichner Missio-Diözesandirektor der Diözese Innsbruck.

Mehrere Projektbesuche führten ihn in Länder des Globalen Südens, wo Missio Bildungs-, Sozial- und Pastoralprojekte unterstützt. Mit dem Wechsel an die Spitze von Missio Österreich wird er sein Amt als Diözesandirektor niederlegen. Neben seinem weltkirchlichen Engagement wirkte Laichner aber auch als Leiter des Seelsorgeraums Inntal und betreute als Pfarrer die Gemeinden Roppen, Mils bei Imst, Karres und Karrösten. Mit seinem Wechsel nach Wien wird er diese Aufgaben ebenfalls übergeben. Auch publizistisch war der neue "Missio"-Nationaldirektor bereits tätig: Anlässlich der Heiligsprechung des Tiroler Missionars und Märtyrers Engelbert Kolland (1827-60) veröffentlichte er das Buch "Den Esel also mache ich!", mit dem er das Leben und Wirken des Franziskaners nachzeichnet, der im 19. Jahrhundert als Missionar von Tirol nach Syrien ging und dort den Märtyrertod erlitt.

P. Wallner kehrt nach Heiligenkreuz zurück

P. Karl Wallner scheidet nach zwei Amtsperioden laut internationalen Statuten der Päpstlichen Missionswerke mit insgesamt zehn Jahren als Nationaldirektor aus. Er kehrt in sein Heimatkloster Stift Heiligenkreuz zurück und wird dort neue Aufgaben übernehmen. Für seinen Nachfolger hatte er in einer ersten Reaktion viel Lob übrig: Johannes Laichner sei es gelungen, "als junger dynamischer Diözesandirektor in seiner Tiroler Heimatdiözese großes Interesse für die Weltkirche zu wecken! Er hat in Kamerun vor Ort erlebt, wie die Kirche in Afrika tickt: Er kennt ihre innige frohe Gläubigkeit ebenso wie die Herausforderungen durch Armut, medizinischer Unterversorgung und Analphabetismus."

Der Beginn der Amtszeit des neuen Missio-Nationaldirektors falle zusammen mit der Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen (1895-1979), der es als Nationaldirektor für die USA verstanden habe, die Menschen über die Medien zu begeistern, so Wallner: "sowohl für einen klaren katholischen Glauben als auch für eine großherzige konkrete Nächstenliebe. Je mehr wir die Weltkirche bekannt machen und sie unterstützen, desto mehr werden wir hier gesegnet werden." Der scheidende Nationaldirektor erinnerte auch an den früheren Wiener Weihbischof und Missio-Nationaldirektor Florian Kuntner (1933-1994). Von diesem stamme das Zitat: "Weltmission ist die beste Therapie gegen unsere hiesige Kirchenfrustration."

"Missio": Globale Hilfs-Initiative

Die in mehr als 140 Ländern bestehenden Päpstlichen Missionswerke sind ein Zusammenschluss von vier großen Missionsinitiativen: dem "Päpstlichen Werk der Glaubensverbreitung" (gegründet 1822 in Lyon von Pauline Jaricot), dem Päpstlichen Missionswerk des Apostels Petrus (gegründet 1889 in Caen von Jeanne Bigard), der Päpstlichen Missionsvereinigung (gegründet 1916 von P. Paolo Manna) sowie dem Päpstlichen Kindermissionswerk (gegründet 1843 in Paris von Bischof Charles de Forbin-Janson). Die Päpstlichen Missionswerke bestehen in Österreich seit 1922. Die Nationaldirektion hat ihren Sitz in Wien und eine Vertretung in jeder der neun Diözesen, wo der jeweilige Diözesandirektor vom dortigen Bischof ernannt wird. Die jährliche "missio"-Sammlung zum Sonntag der Weltmission (jeweils im Oktober) gilt als größte Solidaritätsaktion der Welt. Sie dient dazu, den 1.100 ärmsten katholischen Diözesen in aller Welt finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen, damit diese ihre vielfältigen pastoralen und sozialen Aufgaben wahrnehmen können. Die Päpstlichen Missionswerke in Österreich unterstützen jährlich über 740 pastorale, medizinische, soziale und Bildungsprojekte in den ärmsten Regionen der Welt und fördern die weltweite Solidarität innerhalb der katholischen Weltkirche.

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