Eine mächtige Fürsprecherin für Ehepaare: Die heilige Birgitta von Schweden

1. August 2026 in Spirituelles


Anfangs war der Ehemann der Heiligen nicht so tief im Glauben verwurzelt wie seine Frau. Doch durch ihr gelebtes Beispiel, ihre Feinheit und Sanftmut führte Birgitta ihren Mann immer näher zu Christus.


Rom / Stockholm (kath.net/gem/rn)

Oft erscheint es Eheleuten gar nicht so leicht, ein klassisches Heiligen-Vorbild für den eigenen Lebensstand zu finden. Schließlich ist die große Mehrheit der heiliggesprochenen Frauen und Männer den Wegen des Priestertums oder des ordensgebundenen Lebens gefolgt. Die heilige Birgitta von Schweden ragt jedoch als leuchtendes Beispiel einer Frau heraus, die ihre Berufung als Ehefrau und Mutter mit ganzem Herzen lebte und deren Leben zeigt: Auch der Ehestand führt zur Heiligkeit.

Ein fruchtbares Eheleben als „Hauskirche“

Im Jahr 2010 hob Papst Benedikt XVI. in einer Generalaudienz das eheliche Leben der heiligen Birgitta besonders hervor. Ihr Ehemann war Ulf Gudmarsson, der spätere Lagmann (Gouverneur) der schwedischen Provinz Närke. Ihre Ehe dauerte 28 Jahre lang, bis zu Ulfs Tod. Aus dieser Verbindung gingen acht Kinder hervor – darunter die zweite Tochter Karin (Katharina von Schweden), die heute ebenfalls als Heilige verehrt wird. Dies sei, so der Papst, ein eindrucksvolles Zeugnis für Birgittas große Hingabe an die Erziehung ihrer Kinder.

Anfangs war Ulf nicht so tief im Glauben verwurzelt wie seine Frau. Doch durch ihr gelebtes Beispiel, ihre Feinheit und Sanftmut führte Birgitta ihren Mann immer näher zu Christus.

Birgitta ließ sich geistlich von einem gelehrten Ordensmann leiten und tauchte tief in das Studium der Heiligen Schrift ein. Dadurch übte sie einen überaus positiven Einfluss auf ihre Familie aus, die durch ihre Gegenwart zu einer wahren „Hauskirche“ wurde. Gemeinsam mit ihrem Mann trat sie dem Dritten Orden des heiligen Franziskus bei. Das Ehepaar wandte sich großzügig den Armen zu und gründete sogar ein Hospital. An der Seite seiner Frau reifte Ulfs Charakter und sein christliches Leben vertiefte sich zusehends.

Dass Ulf offen für das Zeugnis seiner Frau war, ermöglichte den beiden eine tiefgreifende und fruchtbare Ehe. Papst Benedikt XVI. betonte damals, wie sehr der erste Lebensabschnitt der heiligen Birgitta das verdeutlicht, was man heute als eine „authentische eheliche Spiritualität“ bezeichnet:

„Gestimmt durch die Gnade des Sakraments der Ehe können christliche Eheleute gemeinsam einen Weg der Heiligkeit gehen. Oft ist es die Frau – wie im Leben der hl. Birgitta und Ulfs –, die mit ihrer religiösen Sensibilität, Feinfühligkeit und Sanftmut ihren Mann auf den Weg des Glaubens mitnimmt.“

Damit ist die heilige Birgitta eine kraftvolle Fürsprecherin für jede Ehefrau, die versucht, ihren Mann zu einer tieferen Glaubenspraxis zu führen – und für alle Eheleute, die mitten im Alltag treu zu Gott stehen wollen. Ihr Leben zeigt, dass eine tief gelebte, gemeinsame Spiritualität in der Ehe möglich ist, wenn beide Partner ihr Herz dafür öffnen.

Papst Benedikt XVI. schloss seine Betrachtung über Birgittas Eheleben mit einem Gebet, das auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat:

„Möge der Geist des Herrn auch heute die Heiligkeit in den christlichen Eheleuten wecken, um der Welt die Schönheit der Ehe zu zeigen, die im Einklang mit den Werten des Evangeliums gelebt wird: Liebe, Zärtlichkeit, gegenseitige Hilfe, Fruchtbarkeit bei der Zeugung und Erziehung von Kindern sowie Offenheit und Solidarität gegenüber der Welt und der Teilhabe am Leben der Kirche.“


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