Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“

27. Juli 2026 in Deutschland


Islamexerte nach Terrorattentat beim CSD: „Es ist eine Ideologie mit Namen, mit Feindliste und mit einem geschlossenen Weltbild, das das Töten heiligt. Diese Feindliste ist lang: Juden, Christen, liberale Muslime, Atheisten, Schwule, queere Menschen“


Berlin (kath.net) „Es reicht mit den inhaltsleeren Kommentaren, die nach jeder Tat dasselbe Vokabular ausrollen und nichts benennen.“ Das schreibt der israelisch-arabisch-deutsche Extremismusforscher Ahmad Mansour auf X nach dem Attentat, bei dem der inzwischen erschossene Abdul B. mit einem Auto in eine Menschenmenge fuhr, dann ausstieg und mit einer Stichwaffe direkt auf Menschen losging. Er tötete eine Person und verletzte 29 weitere. Unsere „Gesellschaft aber hat das Wegsehen zur Methode gemacht. Man kontextualisiert, man relativiert. Toleranz, die den Feind der Toleranz nicht benennt, schützt am Ende nur ihn“, so Mansour. Der Extremismusforscher ist selbst moderater Muslim, er setzt sich seit Jahren für einen „Euro-Islam“ ein und arbeitet in Programmen der Extremismusprävention mit. Der mutige Mahner und seine Familie in Berlin müssen aus Sicherheitsgründen schon seit Jahren unter Polizeischutz leben. 

„Islamisten fühlen sich in Europa wohl, auch in Deutschland“, schildert Mansour. Diese Islamisten würden „unsere Ordnung“ verachten und „zugleich jede Freiheit, die sie ihnen bietet“, dazu nutzen „um ihre Ideologie zu verbreiten. Sie berufen sich auf die Religionsfreiheit, um genau die Gesellschaft zu untergraben, die ihnen diese Freiheit garantiert. Das muss aufhören. Religionsfreiheit schützt den Glauben — sie ist kein Schutzschild für eine politische Ideologie, die ihr Gift im Namen Gottes verbreitet.“

Man stecke hierzulande schon „seit drei Jahren … mitten in einer Radikalisierungswelle“, mahnt Mansour. „Der Nahostkonflikt wirkt als ihr Katalysator: Er liefert die Emotion, über die manipuliert, mobilisiert und rekrutiert wird, auf der Straße, online und in Moscheen. Deshalb dürfen nicht nur die Täter im Fokus stehen, sondern die Hintermänner und Hinterfrauen, die im Namen der Toleranz ungestört agieren und Menschen für den Tod gewinnen.“

Archivfoto Ahmad Mansour (c) Wikipedia/Elena Ternovaja/CC BY-SA 3.0

Wir erleben seit drei Jahren, seit dem Überfall der Hamas auf Israel, eine Radikalisierungswelle. Wer auf der Straße mit Menschen spricht, wer vor allem in den sozialen Medien unterwegs ist, sieht, dass die Islamisten gerade massiv aktiv sind. https://t.co/2Ye6D9wR8Z

— Ahmad Mansour (@AhmadMansour__) July 26, 2026

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