
5. Dezember 2004 in Deutschland
Paderborn: Manfred Grothe und Matthias König zu Weihbischöfen geweiht - Erzbischof Becker: Die Kirche verliere ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie nicht von Jesus Christus her existiere.
Paderborn (kath.net/pdp)
"Mit Gottes Hilfe bin ich bereit", antwortetendie beiden Weihekandidaten Erzbischof Hans-Josef Becker auf seine Befragung,ob sie bereit seien, ihren bischöflichen Dienst in Treue zu erfüllen. MitManfred Grothe und Matthias König hat das Erzbistum Paderborn am zweitenAdventssonntag zwei neue Weihbischöfe erhalten. In einem feierlichenGottesdienst spendete ihnen der Paderborner Erzbischof die Bischofsweihe.Ihm standen als Mitkonsekratoren die Paderborner Weihbischöfe Karl-HeinzWiesemann und Paul Consbruch zur Seite. Zu Gast waren auch viele Bischöfeaus dem In- und Ausland. Vor über tausend Menschen, die zu der Feier in denDom und in die benachbarte Gaukirche gekommen waren, verlas Dompropst Dr.Wilhelm Hentze zu Beginn die päpstlichen Ernennungsurkunden für die neuenWeihbischöfe. "Weil Du, geliebter Sohn, durch Tüchtigkeit ausgewiesen und inhohem Maße mit dem Leben der Kirche vor Ort vertraut bist, erscheinst Du unsgeeignet, dieses Amt zu übernehmen." Mit diesen Worte begründete PapstJohannes Paul II, warum er den bisherigen Generalvikar Manfred Grothe zumWeihbischof ernannt hat. Zur Wahl von Matthias König, ehemaliger Pfarrer inSt. Heinrich und Kunigunde in Schloss Neuhaus, schrieb das Oberhaupt derkatholischen Kirche: "So wenden wir uns an Dich, geliebter Sohn. Du hastdich mit großem Eifer in der Seelsorge hervorgetan und dein Amt als Pfarrermit Umsicht und Sorgfalt ausgeübt."
In seiner Predigt gab Erzbischof Becker seiner Freude darüber Ausdruck, "demNachfolger von Weihbischof Marx und dem Nachfolger von Weihbischof Becker"die Hände zur Bischofsweihe auflegen zu dürfen. Weiterhin betonte er, dassJesus Christus die innerste Mitte der Kirche und das Bischofsamt in ersterLinie Dienst für den Dienst Jesu Christi an der Kirche sei. Dabei bezog ersich auf die neutestamentliche Tageslesung aus dem Römerbrief (Röm 15, 4-9).Der Apostel Paulus fordere in diesem Text die zerstrittene christlicheGemeinde in Rom zu Eintracht und einmütigem Gotteslob auf und gebe ihnen dieWeisung, die durch Christus gestiftete Verbundenheit selbst zu leben: "Darumnehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes"(Röm 15,7). Erzbischof Becker wies darauf hin, dass auch in den Leitwortender beiden neuen Weihbischöfe etwas von dieser Mahnung des Paulus zurGeltung komme. Die beiden Sätze "Christus aber ist das Haupt" und "Alles imNamen des Herrn" brächten zum Ausdruck, dass es das Leben und Sterben JesuChristi sei, das in der Kirche Einheit stifte. Entsprechend habe das ZweiteVatikanische Konzil das Bischofsamt vor allem von der Person Christihergeleitet und es als Dienstamt charakterisiert, das nicht in erster Linieder Kirche, sondern Christus selbst gelte. Die Kirche verliere ihreGlaubwürdigkeit, wenn sie nicht von Jesus Christus her existiere.
Das Mahnwort des Apostels habe auch adventliche Aussagekraft, so derErzbischof. Diese liege darin, dass Paulus die Gemeinde in Rom in dieHeilsgeschichte, die Geschichte Gottes mit den Menschen, einordne. Wenn sicheine einzelne Gemeinde um Einheit bemühe, sei das ein Schritt auf dem Weg zueiner übergreifenden Gemeinschaft des Gotteslobs. Auch das Leben der beidenneuen Weihbischöfe werde sich mit dem heutigen Tag vor allem jenem Bemühenum Einheit widmen. Die eigentliche Weiheliturgie begann mit der Anrufungdes Heiligen Geistes und dem Versprechen der Erwählten, ihren bischöflichenDienst in Treue zu erfüllen. Nach dem Gebet der Heiligenlitanei, während dersich die beiden Weihekandidaten zu Boden warfen, folgte mit der Weihe derHöhepunkt des Gottesdienstes: Erzbischof Becker als Hauptkonsekrator undalle anwesenden Bischöfe legten Manfred Grothe und Matthias König die Händeauf und nahmen sie damit in das Bischofskollegium auf. Die Handauflegungbedeutet nach altchristlicher Tradition gleichzeitig die Weitergabe derGeistesgaben und die Amtsübertragung. Entsprechend sprachen imanschließenden Weihegebet alle Bischöfe gemeinsam: "Gieße jetzt aus überdeine Diener, die du erwählt hast, die Kraft, die von dir ausgeht, den Geistder Leitung. Ihn hast du deinem geliebten Sohn Jesus Christus gegeben, under hat ihn den Aposteln verliehen." Im Anschluss wurde das Haupt derNeugeweihten mit Chrisam gesalbt. Dies ist Zeichen der ihrer Teilhabe amHohepriestertum Christi. Mit der Übergabe von Evangelienbuch, Bischofsring,Mitra und Bischofsstab endete die Weihehandlung.
Nach der Eucharistiefeier zogen die Weihbischöfe zusammen mit dem Erzbischofsegnend durch den Dom. "Viele frohe und vertraute Gesichter" hätten siedabei gesehen, was sehr ermutigend sei, sagte Weihbischof König in einerSchlussansprache, die er zusammen mit Weihbischof Grothe hielt. Auf dieseWeise wolle man gebündelt und doppelt herzlich danke sagen. Der erste Dankgebühre Gott, der sie überrumpelt habe, als er sie aus ihren bisherigenAufgaben herausrief, ihnen aber auch die Kraft schenke, um den neuen WegSchritt für Schritt zu gehen. Weiterhin dankten beide Papst Johannes PaulII. für sein Vertrauen und Erzbischof Becker, der sie seit der Bekanntgabeihrer Ernennung in fast väterlicher Weise begleitet habe. Dank sagten sieauch den vielen Menschen die uns im Gebet begleitet haben sowie ihrenFamilien, Freunden, Mitarbeitern und Mitbrüdern. Ein besonderer Dank gelteden Eltern, die die Feier vom Himmel aus oder im Fall von Weihbischof Königim Dom verfolgt hätten.Erster Gratulant war Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, der dasErzbistum Paderborn beglückwünschte zum "quantitativen und qualitativenZuwachs seines Pontifikats". Während des Auszuges aus dem Dom und über denDomplatz zum traditionellen Gruppenfoto mit allen Paderborner Bischöfen amGeneralvikariat schüttelten die Weihbischöfe Grothe und König die Händezahlreicher weiterer Gratulanten. Mit einem Festakt klang die Weihefeier amAbend aus. Redner dabei waren die Bürgermeister Heinz Paus aus Paderborn undMichael Stickeln aus Weihbischof Grothes Heimatstadt Warburg.
Foto: (c) pdp
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