Kardinal Burke ruft zu Einsatz für Ehe und Familie auf – bis zum Martyrium

5. August 2026 in Familie


Auch Kardinal Zen hält den Schutz der Familie für eine primäre Mission der pastoralen Tätigkeit. Im Oktober findet im Vatikan ein Treffen der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von Amoris laetitia statt.


La Crosse (kath.net/jg)
Kardinal Raymond Burke hat Katholiken eindringlich dazu aufgerufen, notfalls auch zum Martyrium bereit zu sein, um die Ehe und die Familie zu verteidigen. In einer Predigt am 25.Juli forderte der amerikanische Kardinal eine erneuerte Verteidigung des Ehesakraments und der Familie und schloss sich damit dem Appell von Kardinal Joseph Zen an, der den Schutz der Familie als vorrangige Aufgabe der Kirche hervorhob, berichtet der Catholic Herald.

Burke predigte am Fest des heiligen Jakobus in dem von ihm gegründeten Wallfahrtsort Unserer Lieben Frau von Guadalupe in La Crosse im US-Bundesstaat Wisconsin. Er rief die Gläubigen dazu auf, sich am Eifer des Apostels Jakobus des Älteren zu orientieren und mit neuem Enthusiasmus die geistlichen Übungen zu praktizieren, durch die das eigene Herz im Herzen Jesu wohne – um die Welt durch das Sakrament der heiligen Ehe und dessen unvergleichliche Frucht, die Familie, zu verwandeln.

Der Kardinal mahnte, sich auch unter Einsatz des eigenen Lebens für die Integrität des Sakraments und des Familienlebens einzusetzen. Man solle bereit sein zum Martyrium – wenn nicht zum roten Martyrium des Blutes, so doch zum „weißen Martyrium des treuen Zeugnisses für den Herrn angesichts von Gleichgültigkeit, Spott und Verfolgung“.

Kardinal Burkes Aufruf erfolgt vor dem Hintergrund einer politischen Entwicklung, die dem Leben und der traditionellen Familie entgegenstehen. Abtreibung, Scheidung, LGBT-Ideologie und die sogenannte gleichgeschlechtliche „Ehe“ seien in den letzten Jahrzehnten in weiten Teilen der ehemals christlichen Zivilisation zur Normalität geworden, erinnerte der Kardinal.

Nur wenige Tage später schloss sich Kardinal Joseph Zen, der emeritierte Bischof von Hongkong, dem Anliegen an. Der Schutz der Familie müsse in der heutigen Zeit zur „primären Mission“ der pastoralen Arbeit werden, schrieb er in einem Beitrag für seinen Blog. „Wenn wir den Wert des Lebens und der Familie leugnen, welche Schönheit verbleibt im Leben?“, schrieb Kardinal Zen wörtlich. Selbst der Teufel habe einmal eingeräumt, dass der Sieg ihm gehöre, sobald die Familie zerstört sei. Zen forderte deshalb, den Schutz der Familie zum zentralen Fokus der Seelsorge zu machen.

Die Appelle der beiden Kardinäle erfolgen nur wenige Wochen vor einem hochrangigen Treffen im Vatikan, das Papst Leo XIV. für Oktober anberaumt hat. Vom 7. bis 14. Oktober versammeln sich die Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen zu einer beratenden Zusammenkunft anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Veröffentlichung des nachsynodalen apostolischen Schreibens Amoris Laetitia durch Papst Franziskus. Das Treffen soll erörtern, wie das Evangelium den Familien heute im Licht dieses Dokuments verkündet werden kann und die Lage in den Ortskirchen feststellen. Papst Leo betonte, die raschen Veränderungen der Gegenwart machten eine besondere pastorale Aufmerksamkeit für die Familien erforderlich.

Amoris Laetitia hat seit seiner Veröffentlichung 2016 intensive Debatten ausgelöst, insbesondere zur Frage der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur heiligen Kommunion. Papst Franziskus hatte die Interpretation der Bischöfe von Buenos Aires als verbindlich erklärt und sie später als authentisches Lehramt bestätigt. Vier Kardinäle – darunter Burke – hatten seinerzeit Dubia (Zweifel) eingereicht, die unbeantwortet blieben. Von den Unterzeichnern leben heute noch Burke und der 97-jährige Kardinal Walter Brandmüller. Brandmüller hatte bereits 2015 davor gewarnt, dass die von Papst Franziskus später gebilligte Interpretation häretisch sei.

Burke selbst hatte schon 2016, kurz nach Erscheinen von Amoris Laetitia, an die Worte des Dieners Gottes Pater John Hardon erinnert. Angesichts großer Verwirrung und Irrtümer auch innerhalb der Kirche müssten die Gläubigen bereit sein, großes Leiden und sogar das Martyrium auf sich zu nehmen, um der Lehre Christi in seiner Kirche treu zu bleiben.

 


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