
19. August 2026 in Deutschland
„Bussola quotidiana“: Dikasterium für Kultur und Bildung stellt sich auf die Seite der Eltern, die sich gegen die von Erzbischof Heße für katholische Schulen im Erzbistum Hamburg erlassenen Richtlinien zur sexuellen „Vielfalt“ wehren
Vatikan (kath.net/red) Das Dikasterium für Kultur und Bildung habe sich auf die Seite jener Eltern gestellt, die sich gegen die von Erzbischof Stefan Heße für katholische Schulen im deutschen Erzbistum erlassenen Richtlinien zur sexuellen „Vielfalt“ wehren: „Die Antwort ist kurz, aber notwendig. Das Vorhaben muss gestoppt werden, bevor es in die Praxis umgesetzt wird.“ Das berichtet Nico Spuntoni in der italienischen Online-Zeitung „Bussola quotidiana“. Spuntoni ist bekannter Vatikanist und schreibt vor allem für die italienische Tageszeitung „Il Giornale“, daneben auch für die „Bussola“.Eine Initiative namen „Elternnetzwerk Kinderschutz und Prävention“ und dessen Sprecherin, die peruanisch-stämmige Mutter Varinia Arauco hatten sich zuvor an alle – vom Papst abwärts – gewandt, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Nun erhielt das Elternnetzwerk ein Schreiben aus dem Dikasterium für Kultur und Bildung in Rom.
Die Antwort ist unterzeichnet vom Untersekretär Matthias Ambros (Deutschland). Es handelt sich lediglich um ein kurzes Schreiben, in dem der Eingang der Beschwerde bestätigt und erklärt wurde, das Dikasterium „bestätige, dass hinsichtlich etwaiger Richtlinien zur Sexualerziehung die in dem Dokument ‚Als Mann und Frau schuf er sie. Für einen Weg des Dialogs zur Gender-Frage in der Bildung‘ dargelegte Position unverändert bleibt“.
Dem Dikasterium zufolge erfordert die „Erziehung zur Affektivität eine angemessene und maßvolle Sprache“ und muss berücksichtigen, „dass Kinder und Jugendliche noch nicht die volle Reife erlangt haben und sich aufmachen, das Leben mit Neugier zu entdecken“, zitiert Spuntoni aus diesem Schreiben. Daher, so schrieb Versaldi, sei es notwendig, den Schülern zu helfen, „einen kritischen Sinn gegenüber einer Flut von Botschaften, unkontrollierter Pornografie und einer Reizüberflutung zu entwickeln, die das Verständnis von Sexualität verzerren können“. Dies ist ein Leitfaden, um der „Flut mehrdeutiger und vager Botschaften“, etwas entgegenzusetzen.
Dennoch wertet Spuntoni die Reaktion aus dem Vatikan als „zurückhaltend“. Denn das Dokument verteidige „das berechtigte Bestreben katholischer Schulen, ihre eigene Sichtweise der menschlichen Sexualität zu wahren – im Einklang mit der Freiheit der Familien, die Erziehung ihrer Kinder auf eine ganzheitliche Anthropologie zu stützen, die alle Dimensionen ihrer physischen, psychischen und geistigen Identität in Einklang bringt“, kritisiert Spuntoni eigens. Zugleich merkt das Schreiben nämlich an, dass „ein demokratischer Staat das Bildungsangebot nicht auf eine einzige Denkweise reduzieren darf, insbesondere nicht bei einem so sensiblen Thema, das das grundlegende Verständnis der menschlichen Natur sowie das natürliche Recht der Eltern berührt, die Erziehung ihrer Kinder frei und im Einklang mit der Würde der menschlichen Person zu wählen“. In Hamburg ist es jedoch nicht die staatliche Behörde, die den katholischen Schulen ein „Gender“-orientiertes Sexualerziehungsprogramm aufzwingt, erinnert Spuntoni, sondern die kirchliche Autorität, die dies gegen den Willen Hunderter Eltern tut.
Spuntoni kommentiert abschließend: Im Schreiben an das Elternnetzwerk wird „implizit anerkannt, dass sie im Recht sind. Es ist dringendes Handeln erforderlich, um die Umsetzung der Richtlinien an den Schulen der Erzdiözese zu stoppen. Die Zeit drängt: Die Richtlinien treten am 20. August in Kraft.“
kath.net hatte bereits ausführlich über den Elternprotest berichtet: Erzbistum Hamburg: Eltern wehren sich gegen LGBT-Sexualkonzept in katholischen Schulen
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