
10. September 2026 in Chronik
Spanien müsse das zurückgewinnen, ‚was wertvoll ist, was uns trägt und uns auszeichnet – angesichts der marokkanischen Ansprüche und der Auszehrung durch eine gescheiterte Regierungsführung‘, schreibt Erzbischof Sanz Montes auf X.
Oviedo (kath.net/jg)
Jesús Sanz Montes OFM (71), der Erzbischof von Oviedo (Spanien), hat angesichts der Proteste in vielen spanischen Städten gegen die Migrationskrise in Ceuta an die Reconquista, die Rückeroberung Spaniens von den Moslems, erinnert. Dies berichtet Apollo News.
Am 2. September fanden in mehreren Städten Großkundgebungen statt. Ganz Spanien habe seine Solidarität mit Ceuta und Melilla gezeigt, schrieb Erzbischof Sanz Montes auf X und wies darauf hin, dass es auch in Covadonga eine Kundgebung gegeben habe.
Im Jahr 722 fand dort eine Schlacht statt, bei der ein christliches Heer über die Muslime siegte. Die Schlacht gilt als Beginn der Reconquista, die erst 1492 abgeschlossen werden konnte. Heute befindet sich in Covadonga ein Marienheiligtum.
Covadonga sei „ein Ort der Rückeroberung“, schrieb der Erzbischof, der die Erzdiözese Oviedo seit 2010 leitet. Er erinnerte daran, „dass wir das zurückgewinnen müssen, was wertvoll ist, was uns trägt und uns auszeichnet – angesichts der marokkanischen Ansprüche und der Auszehrung durch eine gescheiterte Regierungsführung.“
An den Kundgebungen am 2. September nahmen mehrere hunderttausend Menschen teil. Allein in Madrid waren es zwischen 50.000 und 150.000, wie die Regierung und die Stadt Madrid mitteilten. Dabei gab es viel Kritik am spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez von der sozialistischen Partei PSOE. Angesichts seines Vorgehens während der Migrationskrise forderten viele Demonstranten seinen Rücktritt.
Bei den Kundgebungen war immer wieder der Ruf „Ceuta ist nicht verkauft, Ceuta verteidigt sich“ zu hören. In Andalusien kamen 160.000 Personen zu den Kundgebungen, in Sevilla waren es 40.000, in Malaga im Süden Spaniens 50.000 Menschen. In Campo de Gibraltar, das direkt gegenüber von Ceuta liegt, wurde ebenfalls demonstriert. Die Teilnehmer erklärten sich mit Ceuta solidarisch.
Ende Juli hatten bis zu 80.000 Migranten an einem Tag aus Marokko kommend die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika überrannt. Sie waren einerseits über den Landweg gekommen und Grenzzäune überwunden. Andere waren über das Meer geschwommen. Videoaufnahmen, die auf X veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Migranten fast ausschließlich junge Männer waren. Die Marokkaner gingen nach einem Tag wieder zurück, Migranten aus Subsahara-Afrika blieben hingegen in Ceuta.
Foto: Symbolbild
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